Fricktal
Kontaktgruppe Asyl erhält 34'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds

Mit der Unterstützung sind die Mietkosten für den Treffpunkt gesichert. Christine Fricker, Mitglied des Kernteams der Kontaktgruppe Asyl, ist erleichtert.

Thomas Wehrli
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«Das Angebot wird von den Asylsuchenden geschätzt»: Christine Fricker (2. v. l.) ist Teil des achtköpfigen Kernteams der Kontaktgruppe Asyl Frick.

«Das Angebot wird von den Asylsuchenden geschätzt»: Christine Fricker (2. v. l.) ist Teil des achtköpfigen Kernteams der Kontaktgruppe Asyl Frick.

Picasa;zvg;

Christine Fricker ist zufrieden. Dreifach sogar. Erstens ist der Treffpunkt für die Asylsuchenden im Vereinslokal des Circolo ACLI gut angelaufen. «Das Angebot wird von den Asylsuchenden geschätzt», zieht die Sprecherin der Kontaktgruppe Asyl nach knapp sechs Monaten Bilanz.

Der Treffpunkt ist einmal pro Woche, am Donnerstag, offen. Es kämen jeweils an die 30 Asylsuchende vorbei, sagt Fricker. «Nicht nur aus der Unterkunft im ehemaligen A3-Werkhof, sondern auch aus anderen Gemeinden.» Das ermögliche einen guten Austausch – auch mit der Fricker Bevölkerung, was Fricker, und dies ist die zweite Zufriedenheit, «sehr freut». Dieser Austausch sei wertvoll, findet sie und wünscht sich, dass «diese Möglichkeit noch verstärkt genutzt wird».

Drittens – und das ist derzeit eigentlich erstens – freut sich Fricker, dass der Regierungsrat einen Beitrag von 34 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds für die Kontaktgruppe bewilligt hat. «Das gibt uns finanzielle Sicherheit und ermöglicht uns, unsere Projekte durchzuziehen.» Hätte die Regierung das Geld nicht gesprochen, «hätten wir auf Spendersuche gehen müssen».

Primär wird der Betrag für die Raummiete in den nächsten zweieinhalb Jahren eingesetzt; so lang soll der Treffpunkt mindestens offen sein, denn so lange ist auch die Asylunterkunft im A3-Werkhof in Betrieb. Zudem sollen mit dem Geld weitere Angebote, beispielsweise im sportlichen Bereich, realisiert werden.

Schmuckkurs für Männer

Hoch im Kurs stehen bei den Asylsuchenden im Treffpunkt Spiele aller Art – und Zeichnen. Bei Männern? Sicher doch, sagt Fricker, denn in den Kulturen, aus denen die Asylsuchenden kommen, «interessieren sich Männer oft stärker für kreative Tätigkeiten als Frauen». Entsprechend wird die Kontaktgruppe auch einen Schmuckkurs anbieten. Fricker ist sich sicher: «Für die begrenzte Anzahl Plätze gibt es sicherlich genügend Interessierte.»

Ebenfalls gefragt ist der Veloflickservice, der ein Kontaktgruppe-Mitglied aufgezogen hat. Die Asylsuchenden bekämen alte Velos geschenkt oder könnten diese günstig erwerben, sagt Fricker. «Wir helfen ihnen, die Velos wieder in Schuss zu bringen.» Ein Fernziel sei, so Fricker, dass Asylsuchende zusammen mit den freiwilligen Helfern alte Velos selber zu neuen zusammenbauen. «Dafür brauchen wir aber eine Werkstatt.» Sie lacht. «Wir nehmen gerne Angebote entgegen.»

Bereichernde Begegnungen

Die Begegnungen mit den Asylsuchenden erlebt Fricker selber als «sehr bereichernd». «Es ist spannend, mit den Asylsuchenden zu reden, ihre Geschichten zu hören, ihre Ansichten über die Welt zu vernehmen», sagt sie. «Das bringt ein Stück Welt nach Frick.»

Kommt jemand frisch in die Asylunterkunft nach Frick, fällt die Kommunikation meist noch schwer. Doch die Asylsuchenden lernen schnell Deutsch – auch dank der Kontaktgruppe. Fünfmal pro Woche bieten Freiwillige im alten Pfarrsaal einen Deutschkurs an. Daran nehmen stets zwischen fünf und zehn Asylsuchende teil. «Eine optimale Grösse, um schnelle Lernfortschritte zu erzielen», ist Fricker überzeugt. Und lernen wollen die, die kommen, möglichst viel.

Offene Bevölkerung

«Wir können mit unseren Angeboten zwar nicht alle Asylsuchenden abholen», weiss Fricker. Aber jene, die man erreiche, «sind begeistert dabei». Die Asylsuchenden erlebt sie als dankbar, die Fricker Bevölkerung als offen. Dies zeigt sich auch am relativ grossen Pool an Freiwilligen, die mithelfen. Zwischen 40 und 50 seien derzeit aktiv dabei, sagt Fricker, fügt an: «Weitere sind jederzeit willkommen.» Wer Interesse habe, könne einfach einmal im Treffpunkt vorbeischauen.

Den Austausch mit der Bevölkerung auszubauen, ist ein Ziel, das die Kontaktgruppe verfolgt. Auch deshalb wird sie mit Asylsuchenden voraussichtlich am Weihnachtsmarkt in Frick präsent sein. «Mit Spezialitäten aus den Herkunftsländern der Asylsuchenden», sagt Fricker. Sie freut sich darauf, denn sie konnte schon mehrfach im Eigenversuch feststellen: «Die Küche ist lecker.»