Rheinfelden
Konstruktionsmängel an der Anlegestelle: «Rhystärn» kann weiterhin nicht anfahren

An der neuen Rheinfelder Schiffsanlegestelle legen frühestens Mitte Juli Schiffe an. Es braucht zuerst bauliche Nachbesserungen.

Marc Fischer
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Bei der Schiffsanlegestelle in Rheinfelden muss in den nächsten Wochen nachgebessert werden. nbo

Bei der Schiffsanlegestelle in Rheinfelden muss in den nächsten Wochen nachgebessert werden. nbo

Nadine Böni

Seit dem letzten August wartet man in Rheinfelden darauf, dass der «Rhystärn», das neue Prunkstück der Basler Personenschifffahrt AG (BPG), endlich im Städtchen anlegen kann. Lange Zeit war das Niedrigwasser ein Problem. Mit einer Ausbaggerung des Rheins wollte die Stadt dem Problem begegnen, um auf die neue Schifffahrtsaison hin bereit zu sein. Doch sie wurde ausgebremst: Um die kieslaichenden Fischarten zu schonen, machte der Kanton die Auflage, dass die Ausbaggerung erst ab Juli durchgeführt werden darf.

Abnahme nicht möglich

In der Zwischenzeit ist der Rheinpegel gestiegen und der Fluss führt nun eigentlich genügend Wasser, um ein Anlegen in Rheinfelden zu ermöglichen, wie BPG-Geschäftsführer Peter Stalder sagt. Und dennoch kann der «Rhystärn» Rheinfelden auf seiner grossen Schleusenfahrt weiterhin nicht anfahren. Denn im Rahmen des Hochwassers von vergangener Woche sind konstruktive Mängel an der neuen Schiffsanlegestelle festgestellt worden, wie Stadtschreiber Roger Erdin sagt. Konkret sei die Stabilität des Pontons, das bei Hochwasser aufschwimmen und sich bei Niedrigwasser senken kann, mangelhaft. Die Stadt habe deshalb in den vergangenen Tagen einen unabhängigen Experten beigezogen und nun eine Nachbesserung verlangt. «Im Moment müssten wir die Abnahme des Bauwerkes verweigern», so Erdin.

Der Stadtschreiber führt weiter aus, dass die Mängel nun bis Ende Juni behoben werden sollen. Anschliessend ist «geplant und von der Unternehmung zugesichert, dass die Ausbaggerungen erfolgen». Diese Arbeiten werden voraussichtlich zwei Wochen dauern. Der Steg könne somit ab Mitte Juli von der BPG angefahren werden, sagt Erdin.

Verantwortliche sollen zahlen

Bereits im März war bekannt geworden, dass die Erneuerung der Anlegestelle teurer wird als geplant. Die Stahlwasserbauarbeiten mussten insgesamt rund 180 000 Franken über dem Kostenvoranschlag vergeben werden. Hinzu kommen die Kosten der Austiefung. Erdin ging damals davon aus, dass sich die Kosten letztlich auf rund 950 000 Franken belaufen und damit den bewilligten Kredit von 710 000 Franken deutlich überschreiten. Noch teurer soll es nun trotz der nötigen Nachbesserungen nicht werden. «Wir erwarten, dass die konstruktiven Mängel durch die Verantwortlichen behoben beziehungsweise die Kosten dafür getragen werden. Der Stadt dürfen dadurch keine zusätzlichen Kosten erwachsen», so Erdin.

Shuttle-Bus nach Kaiseraugst?

«Wir müssen nun eben weiter Geduld haben», sagt BPG-Geschäftsführer Stalder. Er sei überzeugt, dass Rheinfelden letztlich eine gute neue Anlegestelle erhalte. Vorderhand wird der «Rhystärn» weiter kurz vor Rheinfelden wenden und nach Kaiseraugst zurückfahren. Bei Gruppen sei in letzter Zeit vermehrt die Frage aufgekommen, ob es einen Shuttle-Bus von Kaiseraugst nach Rheinfelden gebe, so Stalder. Die BPG könne einen solchen aber nicht betreiben. Gemäss Roger Erdin hat nun Tourismus Rheinfelden für Gruppen, die bereits eine Fahrt nach Rheinfelden in Verbindung mit einer Stadtführung gebucht haben, einen Transfer organisiert. «Ausserdem prüfen wir derzeit das Einrichten eines Shuttle-Busses», so der Stadtschreiber.

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