Frick

Komplettes Skelett eines Dinos mit den versteinerten Knochen

Ein präparierter Plateosaurus hängt bereits im Sauriermuseum in Frick. Inzwischen haben Forscher in der Tongrube erneut alle versteinerten Knochen eines vor rund 210 Millionen Jahren ausgestorbenen Dinos freigelegt.

Forscher haben herausgefunden, dass vor etwa 210 Millionen Jahren die Gebiete der heutigen nördlichen Schweiz und Süddeutschlands zu einem ausgedehnten, wüstenhaften Tiefland mit flachen Hügeln und weiten Senken gehörten. Von Zeit zu Zeit wurden die tieferen Bereiche vom Meer überflutet. In dieser Landschaft lebten die Saurier, deren Reste in der Tongrube Gruhalde in Frick entdeckt wurden.

Der Plateosaurier - ein Herdentier

Das relativ häufige Vorkommen dieser Urtiere lässt darauf schliessen, dass die Plateosaurier in ganzen Herden gelebt haben. Fanden sie nicht genügend Nahrung und Wasser, verhungerten oder verdursteten die riesigen Pflanzenfresser. Ihre Kadaver blieben liegen und wurden vom Schlamm an tieferen Stellen wieder abgelagert. Nachforschungen in der Tongrube der Tonwerke Keller AG in Frick ergaben, dass dort Saurierknochen in einer Schicht ziemlich häufig sind. Die umfangreichen Entdeckungen machen die Grube zu einer der wichtigsten Plateosaurier-Fundstellen in Europa.

Auch voriges Jahr wurde wieder erfolgreich gegraben, wie dem Bericht 2011 der Fricker Saurierkommission entnommen werden kann. Während bereits das hervorragend präparierte Skelett eines Plateosauriers im Sauriermuseum besichtigt werden kann, kamen bei Ausgrabungen in der Tongrube die vollzähligen Knochen eines zweiten Plateosauriers zum Vorschein. Die Kommissionspräsidentin Heidi Birrer hielt im Jahresbericht fest: «Es wäre schön, dieses Skelett dereinst aufrecht stehend im Museum in Frick präsentieren zu können.»

Darüber hinaus haben, wie in anderen Jahren, wieder unzählige Kontakte im musealen und wissenschaftlichen Bereich stattgefunden. So durfte Museumsleiterin Monica Rümbeli an der Internationalen Mineralienbörse in München das Fricker Sauriermuseum mit einer Schaupräparation repräsentieren.

Universität untersucht den Raubdino

An der Universität Bonn wird erneut eine Doktorarbeit über die Plateosaurier in Frick verfasst, während am Paläontologischen Institut der Universität Zürich im Rahmen einer Masterarbeit die Untersuchung und Beschreibung des in Frick entdeckten Schädels eines Raubdinosauriers erfolgt. 2011, im Jubiläumsjahr des Sauriermuseums, fand übrigens die Vernissage des ersten Raubdinoschädels statt und der ersten in der Schweiz ausgegrabenen Schildkröte aus dem Trias (unterstes System des Erdmittelalters, im Zeitraum vor etwa 250 bis 200 Millionen Jahren).

Sauriermuseum auf neustem Stand

Das Sauriermuseum - es befindet sich an der Schulstrasse im Untergeschoss des Schulhauses 1912 - konnte im Jahr 2011 auf den neusten Stand gebracht werden, wie es weiter im Bericht der Saurierkommission heisst. Insbesondere die ganze Plateosaurier-Vitrinenwand erfuhr eine Erneuerung mitsamt einer Ergänzung durch zusätzliche präparierte Funde. Darüber hinaus konnte das neu konzipierte digitale Inventar mit 1000 Eintragungen, Fotos und Verknüpfungen fertiggestellt werden.

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