So manches Kind greift derzeit zu Stift und Papier, um seine Wünsche dem Christkind mitzuteilen. In Magden in der Gemeindeverwaltung hat hierzu auch die etwas ältere Bevölkerung in Form des Wunschbuches die Möglichkeit.

Das Christkind, oder besser der Adressat, ist in diesem Fall der Gemeinderat. «Jedes Exekutiv-Mitglied liest sich die Anregungen im Wunschbuch durch. Im neuen Jahr diskutieren wir dann zusammen an der Gemeinderatsitzung, welche Einträge realisierbar sind», sagt Gemeindeammann André Schreyer.

Ein Indikator, ob ein Wunsch in Erfüllung geht, ist unter anderem die Häufigkeit, mit der dieser im Buch auftaucht. Ganz oben auf dem Magdener Wunschzettel steht seit 2015 eine Weihnachtsbeleuchtung. Doch funkelnde Lichter und Adventssterne, die von der Gemeinde aufgehangen wurden, sucht man bei einem Spaziergang in den Abendstunden durch das Dorf vergeblich.

Die Nichterfüllung dieses Wunsches ist wohl einem Magdener sauer aufgestossen, der enerviert in das Buch schrieb: «Wo bleibt die Weihnachtsbeleuchtung?» – «Leider hat es damals nicht mehr gereicht, die Beleuchtung in das Budget für 2017 aufzunehmen», erklärt Schreyer und schiebt nach: «Doch im Advent 2018 werden die Lichter bei uns funkeln.»
Ebenfalls auf dem Herzen lag den Magdenern der Wunsch nach einem gemütlichen Café.

Dieser Wunsch ging durch die Eröffnung einer Filiale der Bäckerei Aukhofer samt Café mit 20 Plätzen vor einigen Wochen in Erfüllung. «Unser Beitrag hierzu war, dass wir die baurechtlichen Steine, die aufgrund einer Parkplatzproblematik im Weg lagen, schnell beseitigt haben», sagt Schreyer.

Das Sprungbrett bleibt verwehrt

Doch nicht jeder Wunsch kann vom Gemeinderat erfüllt werden, wie derjenige eines Badi Sprungbrettes. «Leider ist aufgrund von Sicherheitsvorgaben die Beckentiefe hierfür um zwei bis drei Zentimeter zu gering», sagt Schreyer.

Auch der Wunsch eines Einwohners nach weniger Ignoranz seitens eines Nachbarn in Form von «Hundegebell und Gestank im Haus» dürfte kaum durch den Gemeinderat zu verwirklichen sein. Gleiches gilt laut Schreyer für das Errichten eines «Fitness-Geräte-Parks auf dem Schulhof». Ob es vermehrte Kontrollen im Eggmattweg gibt, «weil dort viel zu schnell gefahren wird», lässt Schreyer offen.

Ein wenig überrascht ist Schreyer darüber, den Wunsch nach dem Erhalt der gefährdeten Postelle im Dorf noch nicht im Buch zu finden. «Ich nehme an, dass dies bald der Fall sein wird», sagt er. Doch Schreyer ist bewusst, dass die Erfüllung dieses Wunsches der Quadratur des Kreises nahe kommt.

Doch wer weiss. Gelingt dem Gemeinderat bei den Verhandlungen mit der Post im nächsten Jahr der Coup, würde er den über 2400 Petitionären im 2018 ein überraschendes und tolles Geschenk bereiten.