Kommentar
Der Angriff auf den Stadtammann ging nach hinten los

Die Resultate vom Sonntag zeigen: Die Wählerinnen und Wähler von Laufenburg haben den Angriff von Meinrad Schraner (SVP) auf Stadtammann Herbert Weiss (Die Mitte) nicht goutiert. Dass Schraner aber gleich ganz aus dem Stadtrat fliegt, kommt überraschend.

Thomas Wehrli
Thomas Wehrli
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Die wiedergewählten Christan Rüede, Regina Erhard und Herbert Weiss (von links) freuen sich.

Die wiedergewählten Christan Rüede, Regina Erhard und Herbert Weiss (von links) freuen sich.

Hans Christof Wagner

Es wird nichts mit dem von SVP- und FDP-Spitze angestrebten Führungswechsel in Laufenburg: Die Wählerinnen und Wähler haben den Angriff von Meinrad Schraner (SVP) auf Stadtammann Herbert Weiss (Die Mitte) nicht goutiert. Im Gegenteil: Sie haben Schraner für seine Gegenkandidatur abgestraft und ihn ganz aus dem Stadtrat abgewählt.

Auch André Maier (FDP), der den Führungswechsel zusammen mit Schraner anstrebte und neuer Vizeammann werden wollte, erhielt einen Denkzettel: Er wurde mit dem schlechtesten Resultat der fünf Gewählten im Amt bestätigt, nicht aber als Vizeammann gewählt.

Was wurde Schraner zum Verhängnis? Zum einen sicher die Art, wie er seine Kandidatur lanciert hatte; er informierte Weiss erst kurz vor dem Versand der Medienmitteilung – und dies nicht persönlich, wie man erwarten dürfte, sondern per E-Mail. Das kam bei vielen in Laufenburg nicht gut an. Ein zweiter Punkt: Viele Laufenburger sind mit der Arbeit des Stadtrates zufrieden und sahen keinen Grund, auf Stufe Ammann zu ändern.

Dass Schraner ganz aus dem Stadtrat abgewählt wurde, kommt aber doch überraschend. Die Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums vereinfacht seine Abwahl sicherlich. Denn ob sich Weiss und Schraner auf Dauer hätten zusammenraufen können, ist fraglich.

Für Maier, der den Angriff auf Weiss mittrug, heisst es jetzt, seine Rolle im Gremium neu definieren. Mit Rebecca Melton zieht zudem eine junge Frau in den Stadtrat ein. Diese Blutauffrischung kann der Exekutive nur guttun.

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