Schwaderloch
Koi-Liebhaber: «Kois überleben mich auf jeden Fall»

Der ehemalige Gemeinderat aus Schwaderloch, Peter Wunderlin, passte seine Gartenanlage den Koi-Karpfen an. Die Bauarbeiten dauerten drei Jahre und nun haben die Kois einen 40 Kubikmeter grossen Teich.

Claudia Meier
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Das Spiegelbild von Peter Wunderlin in seinem Koi-Teich. cm

Das Spiegelbild von Peter Wunderlin in seinem Koi-Teich. cm

Der ehemalige Gemeindeammann von Schwaderloch, Peter Wunderlin, ist eine richtige Wasserratte. Schon als Kind war der Mumpfer immer auf dem Rhein unterwegs. Sei es zum Fischen oder Wasserskifahren. In seinem Garten hat er sich später seine eigene Teichanlage gebaut und schon bald fährt er mit seinem Boot nach Westen.

3,5 Meter tiefer Gartenteich

Die Möglichkeit günstiges Bauland zu erwerben und ein Haus zu bauen, führte die junge Familie in den 1970er-Jahren nach Schwaderloch. Seither wurde die Liegenschaft immer wieder den neuen Bedürfnissen angepasst. «Ich will immer wieder etwas Neues ausprobieren», sagt der Frühpensionierte. So entstand in den letzten Jahren auch eine traumhafte Gartenanlage. Im ersten, dreistufigen Weiher hatte es früher Goldfische und Seerosen, heute schwimmen in der neu gebauten Anlage 33 japanische Koi-Karpfen mit unterschiedlichen Musterungen.

Als Wunderlin im Jahr 2000 nach 18 Jahren aus dem Gemeinderat zurücktrat, konnte er sich der Sitzplatzneugestaltung zuwenden. «Ich begann zu pickeln und zu schaufeln ohne Maschinen», erzählt der 62-Jährige, «die Pläne waren nur im Kopf.» Eigentlich hätte es wieder ein Weiher für Goldfische werden sollen, wenn da nicht eines Tages ein Arbeitskollege vorbei gekommen wäre. Der Kollege besass einige Koi Karpfen, aber hatte nur eine kleine Anlage. Bevor er zum Tierquäler wurde, wollte er einige Fische weggeben. Wunderlin hatte Interesse.

Gerüstet für Sommer und Winter

Die neue Anlage war schon fast fertig, aber der gelernte Maschinenschlosser musste nochmals ans Werk. Das Winterquartier für die Kois fehlte noch. Dafür musste er den Weiher mit einem 3,5 Meter tiefen Bassin erweitern. Kein Wunder dauerten die Bauarbeiten im Garten drei Jahre. Seit einigen Wochen sind die roten, weissen und schwarzen Kois wieder im 40 Kubikmeter grossen Teich. Sie lieben die Sonne. In den Wintermonaten tauchen sie jeweils im tiefen Bassin ab.

Dieser Bereich wird dann abgedeckt. Die Wassertemperatur darf nicht unter fünf Grad fallen. Das Futter sollte sinken, damit sich die Fische nicht gross bewegen müssen. Wunderlin geniesst es jetzt wieder, mit seiner Frau vom Sitzplatz aus das Treiben der ein-, zwei- und dreifarbig gemusterten Koi zu beobachten. «Ich züchte nicht», sagt der Fischliebhaber, «für mich sind die Koi Beruhigung.»

Schwarzer Koi wiederbelebt

Die ältesten Kois im Teich sind etwa 13 Jahre alt und zwischen 80 und 100 Zentimeter gross. Bei optimalen Wassertemperaturen und richtiger Teichhygiene werden die Fische 60 bis 70 Jahre alt. «Die Kois überleben mich auf jeden Fall», ist sich Wunderlin bewusst. Einmal konnte er einem schwarzen Koi das Leben retten. Der Fisch sprang auf den Gartenweg und wurde dank guter Reaktion wiederbelebt. Für die Kois ist das Funktionieren der Wasseranlage lebensentscheidend. Wunderlin weiss, dass er für seine Eigenkonstruktion, die seit fünf Jahren einwandfrei läuft, schon lange ein Schema zeichnen sollte. «Im Notfall hilft das, die Anlage richtig zu bedienen. Das bin ich den Fischen schuldig.»

Der Sonne entgegen

Nach all den Jahren scheint der Schwaderlocher den Rhein auswendig zu kennen. Nun stationiert Peter Wunderlin sein Fischerboot bald auf dem Bielersee. Die Kois werden in Schwaderloch weiterhin sonnenbaden. Dass die Sonneneinstrahlung gut ist, weiss auch der Hausbesitzer. Wen wunderts?

Nächsten Monat lässt Wunderlin die Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 23 kWp auf dem grossen Dach montieren. So kommt er seinem Ziel, das 33-jährige Haus auf Minergie Plus Standard zu bringen, wieder einen Schritt näher.

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