Frick
Knatsch beendet: Fricktaler Kammerchor darf nun doch in der Kirche singen

Der Fricktaler Kammerchor wird 2014 nun doch in der römisch-katholischen Kirche in Frick auftreten. Nach dem Streit im Sommer wurde ein zweites Gesuch gutgeheissen.

Marc Fischer
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In der römisch-katholischen Kirche Frick findet nun 2014 doch ein Konzert des Fricktaler Kammerchors statt. mf

In der römisch-katholischen Kirche Frick findet nun 2014 doch ein Konzert des Fricktaler Kammerchors statt. mf

Im August wurde bekannt, dass sich der Fricktaler Kammerchor in der römisch-katholischen Kirche unerwünscht fühlt.

Pfarrer Thomas Sidler hatte das Benützungsgesuch des Chors mit einem Brief an den Dirigenten des Chors, Urs Stäuble beantwortet und darin geschrieben: «Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Leute aus der Kirche austreten und unsere Infrastrukturen dann später doch wieder benützen möchten» – und um eine «Bestätigung der Mitgliedschaft und Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Kirchengemeinschaft» gebeten.

Dies stiess Urs Stäuble sauer auf. Wenn er nicht schon aus der Kirche ausgetreten wäre, würde er dies nun tun, schrieb er zurück und zog das Gesuch zur Kirchenbenützung zurück. Gegenüber der Aargauer Zeitung sagte er damals: «Für mich ist es unsäglich, ein Konzert eines 45-köpfigen Chores mit einer Taufe oder einer Beerdigung gleichzusetzen.»

Ungelöster Umgang mit Austritten

In der Zwischenzeit haben sich nun die Wogen geglättet. Im aktuellen Pfarrblatt schreibt der Fricker Pfarrer Thomas Sidler nun: «Nachdem der Chor nochmals ein Gesuch für die Benützung unserer Kirche für ein Konzert im November 2014 eingereicht hat, habe ich die Kirche freigegeben.»

Er merkt aber auch an, dass viele Fragen offen blieben. Explizit spricht er folgende Punkte an: Konsequenzen bei Kirchenaustritten, Kirchenbenützung trotz Austritt, faire Mitfinanzierung bei Konzerten auch durch Ausgetretene und Finanzierung der Infrastrukturen der Kirchgemeinden bei zunehmenden Austritten.

Chormitglieder setzten sich ein

Auf Anfrage wollte sich Thomas Sidler nicht weiter zur Angelegenheit äussern. Er habe nie die Debatte in der Zeitung gesucht und tue das auch jetzt nicht. Er stelle sich aber immer noch die gleichen Fragen wie vor zwei Monaten.

Kammerchor-Dirigent Urs Stäuble hatte nach eigenen Angaben keinen Kontakt mit dem Pfarrer. «Mehrere Chormitglieder waren empört und haben sich mittels Briefen an den Pfarrer und die Kirchenpflege gewandt», gab er zu Protokoll. Daraus habe sich dann die Möglichkeit ergeben, ein zweites Gesuch zu stellen, das nun positiv beantwortet worden sei. «Die Sache ist damit komplett erledigt», so Stäuble.

Das Konzert in der katholischen Kirche Frick wird erst am 9. November 2014 stattfinden. Noch in diesem Jahr findet ein anderer Auftritt des Fricktaler Kammerchors im Fricktal statt. In knapp drei Wochen, am 27. Oktober, gastiert er in der Kirche Wegenstetten.