Gipf-Oberfrick

Knappe Entscheide: Gemeindeversammlung in Gipf-Oberfrick war diskussionsreich

Der abtretende Gemeindeammann Andreas Schmid und die abtretende Gemeinderätin Katrin Hasler

Der abtretende Gemeindeammann Andreas Schmid und die abtretende Gemeinderätin Katrin Hasler

Die reich befrachtete Traktandenliste und vielleicht auch der in Aussicht gestellte Apéro nach der Versammlung, lockten in Gipf-Oberfrick beachtliche 236 der 2470 Stimmberechtigten an ihre Gemeindeversammlung in die Mehrzweckhalle.

Die Versammlungsteilnehmer waren von Beginn weg diskussionsfreudig. Der Ausbau der Mosterbachstrasse war unbestritten. Indessen gab das vom Gemeinderat vorgesehene Einbahnregime zu reden.

Aus der Versammlungsmitte gingen zwei Anträge mit verschiedener Stossrichtung ein. Der eine Antrag verlangte den Verzicht auf das Einbahnregime und der andere wollte gar ein Fahrverbot mit Zubringerdienst für diesen Strassenabschnitt einführen. Beide Anträge wurden relativ klar abgelehnt und der Kredit für die Sanierung des Mosterbachs für 225 000 Franken genehmigt.

Hochwasserschutzmassnahmen

Im Oberdorf sind Hochwasserschutzmassnahmen in der Höhe von rund 1,3 Mio. Franken geplant. Als wenig sinnvoll und als «Pflästerlipolitik» wurde das vorgeschlagene Projekt bezeichnet. Schutzmassnahmen im Oberdorf würden zu vermehrten Überschwemmungen im Unterdorf führen.

Zudem könne die Hochwasserproblematik nicht mit der Erhöhung der Durchflusskapazität gelöst werden. In Absprache mit den ober- und unterliegenden Gemeinden sollten Rückhalteräumen ausserhalb des Baugebiets geschaffen werden. Mit 108 Ja-Stimmen zu 99-Nein-Stimmen fiel der Entscheid dann sehr knapp zugunsten des gemeinderätlichen Antrags aus. Noch mehr zu diskutieren gab die Sanierung und der Ausbau des Kornbergwegs und weiteren Nebenstrassen. Ein Antrag auf Verzicht der geplanten Verkehrsberuhigung beim Ortseingang vom Kornberg her wurde wiederum sehr knapp mit 5 Stimmen Unterschied abgelehnt.

Noch enger wurde es beim Entscheid über die Verlängerung des Trottoirs entlang des ganzen Kornbergwegs bis zum Baugebietsende. Mit nur gerade 4 Stimmen Differenz wurde dieser Antrag abgelehnt. In der Schlussabstimmung sprach sich jedoch eine klare Mehrheit für die Sanierung aus und genehmigte den Kredit. Die vorgesehene Analyse über die Entwicklung der Kernzone fand guten Anklang.

Ebenfalls mit grosser Mehrheit wurde dem Kredit von. 350 000 Franken für die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland zugestimmt. Damit kann die Gemeinde ab dem nächsten Jahr dieses grosse und komplexe Projekt in Angriff nehmen. Zum ersten Mal wurde das Budget nach den Vorgaben der neuen Rechnungslegung HRM2 (Harmonisiertes Rechnungsmodell 2) erstellt. Gipf-Oberfrick verfügt nach wie vor über eine gesunde Finanzlage. Für 2014 wird bei einen Umsatz von 14.5 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von gut einer halben Million Franken gerechnet. An Investitionen sind im nächsten Jahr rund 1.3 Mio. Franken vorgesehen. Die Schulden werden bis Ende 2014 leicht ansteigen und sich auf 6,6 Mio. Franken belaufen. Der Souverän stimmte dem Budget 2014 mit einem Steuerfuss von wie bisher 102 Prozent mit grosser Mehrheit zu.

Verabschiedungen

Nach einer lebhaften Versammlung wurden abschliessend die verdienten Behördenmitglieder verabschiedet. Darunter auch die langjährigen Präsidentin der Schulpflege, Vreni Buol Lüscher und der Präsident der Finanzkommission, Rainer Daasch. Gemeinderätin Katrin Hasler, welche nach zwei Amtsperioden Ende 2013 nicht mehr zur Verfügung steht, wurde vom Gemeindeammann für ihre sehr kompetente und engagierte Arbeit geehrt. Sie hatte als Finanzchefin das Geld der Gemeinde bestens im Griff und engagierte sich im Umwelt- und Energiebereich und für das heimische Gewerbe.

Ganz zum Schluss stand die Ehrung von Gemeindeammann Andreas Schmid an. Vor 20 Jahren wurde er in den Gemeinderat gewählt. Seit 2002 steht er der Gemeinde als Ammann vor. In diesen 20 Jahren hat sich einiges verändert. Gipf-Oberfrick ist markant gewachsen. Die Bevölkerungszahl von 2’300 auf heute 3’500 Einwohner angestiegen. In der Ära Schmid wurden etliche wichtige Infrastrukturbauten wie die Dreifachsporthalle, das neue Regos-Schulhaus, der Werkhof und die Sanierung der Landstrasse realisiert. Vizammann Regine Leutwyler, die ab 2014 die Nachfolge von Andreas Schmid antritt, würdigte ihn mit treffenden Worten.

Andreas Schmid war immer ein Gemeindeammann für alle Gipf-Oberfricker. Er war ein ruhiger, umsichtiger Steuermann des Gemeindeschiffes, mit einer guten Portion Humor, traditionsbewusst aber auch offen für Neues. Die grossen Verdienste für die Gemeinde wurden Andreas Schmid von den Versammlungsteilnehmern mit einem stehenden Applaus verdankt. Danach klang der Abend bei einem gemütlichen Apéro und weiterhin lebhaften Gesprächen im Foyer der Mehrzweckhalle aus.

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