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Kirschbäume tragen bereits Knospen – Obstbauern fürchten nun den Frost

Davor fürchten sich Obstproduzenten: Frost und Schnee, wenn die Bäume blühen.

Davor fürchten sich Obstproduzenten: Frost und Schnee, wenn die Bäume blühen.

Die Fricktaler Vegetation ist im Vergleich zu anderen Jahren voraus. Das ist dann ein Problem, wenn der Frost kommt.

Von Winter war bislang im Fricktal wenig zu spüren. Meist herrschten milde, Anfang Woche gar frühlingshafte Temperaturen, ehe es am Mittwoch wieder etwas winterlicher wurde. Es ist wohl ein eher kurzes Comeback, wie ein Blick auf die Prognosen fürs Wochenende zeigt.

Dass es bislang eher mild war, hat Auswirkungen auf die Vegetation. «Die Bäume treiben bereits ziemlich», sagt Andy Steinacher aus Schupfart, der den Verband Aargauer Obstproduzenten präsidiert. «Wir sind dieses Jahr sehr früh dran.» Dies bestätigt auch Bruno Wirth aus Olsberg. Bei den Kirschen seien die Knospen bereits etwas angeschwollen, und die Aprikosen stünden gar bereits in der Blüte, so Wirth.

Auch das Getreide beginnt bereits zu wachsen

Die fortgeschrittene Entwicklung werde «zum Problem, wenn der Frost kommt», sagt Steinacher. «Die Gefahr, dass es dieses Jahr weniger Obst gibt, ist relativ gross.» Er habe deshalb bereits vier Paletten mit Frostkerzen einsatzbereit.

Auch Wirth spricht die Frost-Gefahr an. «Das Frostrisiko ist Anfang März natürlich höher als einige Wochen später», sagt er. Dramatisieren müsse man die Ausgangslage aber nicht. Es könne auch gut sein, dass die Vegetation durch das nasse und kühlere Wetter, das seit Dienstag herrsche, nochmals gebremst werde. Er verweist auf das vergangene Jahr.

«Dort sah es ebenfalls so aus, als seien wir ganz früh dran, und mehrere kühlere Wochen im Mai haben alles wieder gebremst.» Andy Steinacher hat denn auch Wetter-Wünsche an Petrus für die kommenden Tage: «Etwas Regen, kühler, aber kein Frost: Das wäre jetzt ideal», sagt er.

Im Gegensatz zu den Obstbauern hätte Patrick Gasser nichts gegen Frost einzuwenden. Er bewirtschaftet den Eichhof in Herznach und hat neben Mutterkühen 4,5 Hektaren Weide- und 7 Hektaren Ackerland. «Bei Frost würden Schädlinge und Pilze absterben», so Gasser. Diese hätten schon den letzten Winter überlebt. Auch Daniel Schreiber aus Wegenstetten sagt: «Ein kalter Winter ist von Vorteil gegen Ungeziefer und Schädlinge.»

Die weit entwickelte Vegetation macht sich aber auch bei Patrick Gasser bemerkbar. «Wir haben bereits das Getreide angedüngt», sagt er. Das mache er immer dann, wenn es anfange zu wachsen, damit es genügend Nährstoffe habe – bisher war dies erst einmal im Februar der Fall. Auch Gülle habe er in den letzten Tagen bereits ausgebracht. «Meine Felder waren gut befahrbar», so der Herznacher Landwirt. Das sei zu dieser Jahreszeit ebenfalls nicht üblich. Und hier gibt es lokale Unterschiede. Daniel Schreiber etwa sagt: «Der Boden war noch zu nass, ich konnte nicht fahren.»

Sollte es nun abkühlen und zu Frost kommen, sei das für seinen Betrieb kein Problem, «solange der Raps nicht in der Blüte steht», sagt Gasser. Der Frost würde einfach einen Stillstand in der Vegetation bewirken, aber nicht für Schäden sorgen. «Auch die ausgebrachten Nährstoffe wären nicht verloren», so Gasser.

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Autor

Marc Fischer

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