Kaiseraugst

Kirchgemeinde wehrt sich als einzige gegen Mitmachen im Pastoralraum

Fünf Pastoralräume sind für das Fricktal vorgesehen. Die römisch-katholische Kirchgemeinde Kaiseraugst wehrt sich als einzige im Bistum Basel gegen das Mitmachen in einem Pastoralraum.

Fünf Pastoralräume sind für das Fricktal vorgesehen. Die römisch-katholische Kirchgemeinde Kaiseraugst wehrt sich als einzige im Bistum Basel gegen das Mitmachen in einem Pastoralraum.

Fünf Pastoralräume sind für das Fricktal vorgesehen. Die römisch-katholische Kirchgemeinde Kaiseraugst wehrt sich als einzige im Bistum Basel gegen das Mitmachen in einem Pastoralraum.

Der Pastoralraum AG 19 kommt nicht vom Fleck. Bereits vor sechs Jahren hat die römisch-katholische Kirchgemeinde Kaiseraugst den Beitritt dazu abgelehnt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Trotz Briefwechsel und Gesprächen. Die Präsidentin der Kirchenpflege, Lisbeth Dudler, verweist auch auf das Gespräch, das in diesem Jahr zwischen den Kaiseraugster Kirchenverantwortlichen, dem Bischof und dem Bischofsvikar stattgefunden hat. Ihr Fazit: «Wir sind dabei so verblieben, dass wir uns nicht einig sind.»

Und Bischofsvikar Christoph Sterkman sagt: «Wir mussten am Schluss des Gespräches feststellen, dass das Errichtungsprojekt des Pastoralraumes AG 19 nicht gestartet werden kann wegen der Blockade durch die Kirchenpflege und den Gemeindeleiter.» Lisbeth Dudler betont, dass der Entscheid in Kaiseraugst nicht von einzelnen Personen, sondern von den Aktiven der Pfarrei – der Basis – getragen werde.

Mit der Bildung von Pastoralräumen soll insbesondere dem Mangel an Seelsorgern entgegengewirkt werden. «Die Pastoralräume sind nicht die Lösung des Problems», ist Lisbeth Dudler überzeugt. Die Kirchenpflegepräsidentin sieht den Lösungsansatz vielmehr darin, dass sich die Kirche verändern muss. Als Mittel gegen die personellen Sorgen in der Seelsorge erachtet sie die Abschaffung des Pflichtzölibats und die Gleichstellung der Geschlechter als den richtigen Weg. Ein Weg, der aber von Rom aus beschritten werden müsste. Sie hofft, dass sich die Bischöfe dort entsprechend einsetzen und etwas Druck machen könnten.

Wird vom Bistum Basel Druck auf Kaiseraugst ausgeübt? «Im Moment empfinden wir keinen Druck», so die Kirchenpflegepräsidentin. Seit Kaiseraugst den Beitritt zum Pastoralraum abgelehnt hat, wechseln sich die Gespräche und Phasen des Ruhenlassens ab, erklärt Bischofsvikar Christoph Sterkman. Er verneint die Frage, ob das Bistum die Kirchgemeinden  zum Mitmachen verpflichten kann. Die Pfarreien hingegen schon. «In einem umsichtigen Prozess hat der damalige Bischof Kurt Koch mit vielen Beteiligten den Pastoralen Entwicklungsplan ausgearbeitet und in Kraft gesetzt.» Nach einer Vernehmlassung wurde dann der Richtplan für die Pastoralräume erlassen. «Es ist also eine Vorgabe des Bistums, dass die Pfarreien in Pastoralräumen verbindlich in die Zukunft gehen müssen.» Es sei dabei wichtig, dass sie nicht nur rein organisatorisch miteinander kooperieren, sondern ein Pastoralraumkonzept erarbeiten und Schwerpunkte setzen.

Zu starres Konstrukt

Für Lisbeth Dudler ist ein Pastoralraum ein Konstrukt mit starren Strukturen. «Flexibel sein und beispielsweise bei Bedarf mit Pratteln zusammenzuarbeiten, geht dabei nicht mehr.» Dass es Zusammenarbeit über die Kirchgemeindegrenzen hinaus braucht, bestreitet sie nicht. Im Gegenteil. Sie betont, dass dies bereits heute geschehe. «Wir haben zum Beispiel ein sehr gutes Verhältnis mit Rheinfelden. Da kooperieren, wo es Sinn macht und wo es nötig ist.» Bei einem Pastoralraum sei das Zusammenarbeiten ein Diktat von oben. Ein solches bringe nichts. Eine Zusammenarbeit müsse auf freiwilliger Basis erfolgen.

«Kaiseraugst steht im Bistum einzig da», sagt Bischofsvikar Sterkman. Er verhehlt nicht, dass das Projekt Pastoralraum auch an anderen Orten aus verschiedenen Gründen vereinzelt ins Stocken gerate. Sei es, weil sich die Strukturen nicht zeitnah erklären lassen, sei es wegen «ungünstiger, personeller Konstellationen, sprich Vakanzen». (sh)

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