Kaisten
Kirchgemeinde genehmigt Sanierung der Kirche mit neuer Sitzbankheizung

Die Mehrheit der 87 (von insgesamt 1018) Stimmberechtigten der röm.-kath. Kirchgemeinde Kaisten haben der Kirchensanierung für 3,1 Mio. Franken zugestimmt. Nach Pfingsten beginnt die Sanierung. Sie soll ein Jahr dauern.

Susanne Hörth
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Die Kirche St. Michael wird ab Pfingsten im Innenbereich saniert.

Die Kirche St. Michael wird ab Pfingsten im Innenbereich saniert.

Susanne Hörth

Das Ja für die 3,1 Millionen Franken für die Renovation der Kirche St. Michael in Kaisten ist den Kirchgemeindemitgliedern unter anderem auch dadurch erleichtert worden, dass überraschend 900 000 Franken an zusätzlichen Steuereinnahmen verbucht werden konnten.

An der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung von Montagabend gab Präsidentin Iris Rehmann die erfreuliche Nachricht bekannt. Gegenüber der Aargauer Zeitung erklärte sie später, dass die Mehreinnahmen aus Nachträgen der Vorjahre bestünden.

Der zusätzliche Betrag in der Kirchenkasse entspricht fast genau der Summe von 860 000 Franken, die die Kirchgemeinde als Darlehen für die Sanierung hat aufnehmen wollen. «Das ist ein Zufall», so Iris Rehmann, bezeichnet die überraschenden Ereignisse als absoluten Glücksfall.

An der Versammlung von Montagabend betonte die Kirchenpflegepräsidentin, dass die zusätzlichen Steuereinnahmen keinen Zusammenhang mit den Vorkommnissen um den ehemaligen Kaister Finanzverwalter Franz Zimmermann hätten. Der Leiter der Finanzen hatte über viele Jahre hinweg die Debitorenbewirtschaftung massiv vernachlässigt.

Kein Geld von der Bank

Mit den zusätzlichen 900 000 Franken verfügt die Kirchgemeinde für die Sanierung nun rund 2,3 Millionen Franken an Eigenmitteln. 130 000 Franken werden von der Landeskirche beigesteuert, 270 000 Franken von der Kantonalen Denkmalpflege.

An Spenden erwartet werden rund 400 000 Franken. Können diese nicht eingenommen werden, muss dieses Geld nicht via Bank aufgenommen werden. Wie Iris Rehmann mitteilte, hat sich die Gemeinde Kaisten bereit erklärt, ein verzinsbares Darlehen aus der Miss Merkofer-Stiftung zu gewähren.

Mit der klaren Zustimmung der Kirchgemeindeversammlung (von 1018 Stimmberechtigten waren 84 anwesend) kann nun nach Pfingsten mit der umfassenden Innensanierung des ältesten öffentlichen Gebäudes – der Kirche St. Michael (siehe az vom 15. Januar) – begonnen werden.

Zu den Massnahmen gehören unter anderem die Vorchorerweiterung, der Einbau einer neuen Bodenheizung mit zusätzlicher Sitzbankheizung, die Restauration der Altäre, Kanzel, Statuen und Bilder, der Ersatz der Elektroanlagen und die Renovation der Wände und Decken. Die Sitzbankheizung sei, so Kirchenpflegepräsidentin Rehmann, keine Luxusvariante.

Mit der neuen ganzflächigen Fussbodenheizung – Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe – wird gerade einmal die Grundlast von zirka 12 Grad Innentemperatur erreicht. Um während Anlässen auf eine Raumtemperatur von 16 Grad zu kommen, benötigt es die Warmwasser-Sitzbankheizung.

Während der Sanierung wird auch die Orgel einer Revision unterzogen, der Glockenstuhl restauriert sowie das mechanische Uhrwerk gesamt überholt. Im Aussenbereich stehen zudem weitere Anpassungen, insbesondere Sicherheitsmassnahmen wie Treppengeländer an. Die Bauarbeiten dauern rund ein Jahr. Die Kirche bleibt während dieser Zeit geschlossen.