Wegenstetten
Kirche mit feuchten Mauern und bröckelndem Verputz

Die Renovation der Pfarrkirche Wegenstetten hat mit der Sanierung des Mauerwerks begonnen. Obschon in den feuchten Mauern bei einer der letzten Renovationen ein Bleiband im Sockelbereich eingelegt wurde, ist die Feuchtigkeit im Gemäuer geblieben.

Walter Christen
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Verschiedene Materialien kommen unter dem Verputz zum Vorschein
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Mauerwerk hinter der Sakristei ist bereits freigelegt
Die Kirche in Wegenstetten im Baugerüst
Die Kirche wird eingerüstet
Der Kirchturm ist bereits teilweise eingerüstet
Ein Spezialist der Firma Kaufmann aus Wallbach entfernt den bröckelnden Verputz an der Mauer der Wegenstetter Pfarrkirche. – Foto: chr

Verschiedene Materialien kommen unter dem Verputz zum Vorschein

Walter Christen

«Mit der Aussenrenovation unserer Kirche konnte termingemäss am Dienstag nach Ostern begonnen werden», führte Stefan Schreiber, Mitglied der Kirchenpflege Wegenstetten, gegenüber der Aargauer Zeitung aus. Er koordiniert die Arbeiten und sieht zu, dass er jeden Tag einmal vor Ort ist. Denn im Auftrag der Aargauer Denkmalpflege fertigt er eine Fotodokumentation an.

Das Mauerwerk der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Michael in Wegenstetten weist im Sockelbereich feuchte Stellen auf, was dazu führt, dass der Verputz an der Aussenfassade abbröckelt. Vor einem Jahr wurde eine Untersuchung durchgeführt und dabei festgestellt, dass Feuchtigkeit aufsteigt. Da muss nun im Rahmen der angelaufenen Renovation des Gotteshauses Abhilfe geschaffen werden.

Mit Elektroschlaghämmern sind seit Renovationsbeginn zwei Spezialisten der Firma Kaufmann aus Wallbach damit beschäftigt, die schadhaften Stellen vorerst freizulegen. Anschliessend wird die Mauer mit geeignetem Verputzmaterial instand gestellt.

Nach Auskunft von Stefan Schreiber wird heute Dienstag, zusammen mit der BWS Labor AG, Winterthur, der Verputz bestimmt, welcher für die Sanierung verwendet werden soll. Da gewisse Vertiefungen bis 10 Zentimeter in die Mauer reichen, muss entsprechend viel Material aufgetragen werden. Es wird deshalb mit einer Trocknungszeit des Verputzes von 6 bis 7 Wochen gerechnet.

Wie sich nun bei den gegenwärtigen Sanierungsarbeiten herausstellt, wurde bei einer früheren Renovation ein Bleiband in die Mauer eingelegt, um das Aufsteigen der Feuchtigkeit zu verhindern. Gebracht hat dieses System vielleicht am Anfang etwas, doch inzwischen ist das Bleiband wirkungslos, die Feuchtigkeit in der Mauer weiter nach oben gedrungen. Dazu beigetragen hat auch das zum Teil mit Zement verputzte Mauerwerk. Es wird jetzt auch verschiedenes Material in der Mauer sichtbar, wie Ziegel- und Sandkalksteine.

Im weiteren Verlauf der Kirchenrenovation werden die Sakristei und der Turm komplett frisch gestrichen. Dann folgen auch noch die Innenreinigung der Kirche und die Renovation der Orgel mit gleichzeitigem Einbau eines weiteren Registers. – Der Einweihungsgottesdienst mit Erntedank ist auf Sonntag, den 29. September (Kirchenpatron), festgelegt.

Die Wegenstetter Michaelskirche steht unter kantonalem und eidgenössischem Denkmalschutz. Sie befindet sich als Wahrzeichen der Gemeinde auf dem Hügel über dem Dorf. Bei der letzten Restaurierung, Mitte der 1980er-Jahre, wurde der Kirchturm um 1,75 Meter erhöht und das Läutwerk um eine fünfte Glocke erweitert. Um 1990 folgten die Erweiterung des Friedhofs und die Errichtung eine Abdankungshalle.