Kinderbetreuung

Kinderhort im Feuerwehrmagazin: Wie halten es die Feuerwehren im Fricktal?

In Frick kam es schon vor, dass Feuerwehrleute ihre Kinder mit zum Einsatz gebracht haben. Symbolbild Archiv/David Egger

In Frick kam es schon vor, dass Feuerwehrleute ihre Kinder mit zum Einsatz gebracht haben. Symbolbild Archiv/David Egger

Eine Einsatz-Kita gibt es in der Region noch nicht – in Frick ist die Kinderbetreuung aber ein Thema

Die Feuerwehr der Freiämter Gemeinde Eggenwil sorgte diese Woche für Schlagzeilen: Sie begegnete dem Rekrutierungsproblem, indem sie vor einiger Zeit eine eigene Kinderbetreuungsgruppe geschaffen hat. Diese soll es auch jungen Müttern und Vätern, die keine Betreuungspersonen für ihren Nachwuchs finden, ermöglichen, Feuerwehrdienst zu leisten.

Als «revolutionär» und «zukunftsorientiert» bezeichnet der Kommandant der Feuerwehr Rheinfelden, Marc Leber, die Idee der Freiämter Kollegen. Immer wieder führten Väter und Mütter auch in Rheinfelden das Argument an, sie könnten wegen ihrer Kinder keinen Feuerwehrdienst leisten, sagt Leber. Da man aber bislang stets genug Feuerwehrleute rekrutieren konnte – alleine bei der letzten Rekrutierungsrunde im vergangenen Herbst waren es 23 – habe man sich in Rheinfelden noch keine Gedanken über eine solche Einrichtung gemacht.

Immer mehr Hausmänner

Auch in Frick findet die Stützpunktfeuerwehr stets genügend Männer und Frauen, die Dienst leisten. Dennoch sagt Kommandant Andreas Fahrni: «Die Betreuung von Kindern ist bei uns schon länger ein Thema.» Nach der letzten Rekrutierungsrunde sei der Frauenanteil in der Feuerwehr auf rund einen Viertel angestiegen und zudem gebe es auch immer mehr Männer, die zumindest Teilzeit-Hausmänner seien.

Eine eigene Betreuungsgruppe für Kinder gibt es in Frick nicht. Aber: «Wir haben im Gebäude des Feuerwehrmagazins eine Spielgruppe. Dort haben wir mal lose eine Anfrage für eine Zusammenarbeit deponiert», so Fahrni. Spruchreif sei diese aber noch nicht.

Gleichwohl sei es vereinzelt schon vorgekommen, dass Feuerwehrleute ihre Kinder mit zu einem Einsatz gebracht hätten. «Es gilt dabei die Regelung, dass derjenige die Kinder während des Einsatzes betreut, der als erster mit Kindern beim Magazin eintrifft», so der Fricker Kommandant. Ein Raum im Feuerwehrmagazin wurde deswegen auch mit Malsachen ausgerüstet, damit sich Kinder beschäftigen können. Fahrni sieht in einem Betreuungsangebot für Kinder Chancen, die Tagesverfügbarkeit zu erhöhen. Viele Arbeitnehmer arbeiteten heute nicht mehr in Frick oder der unmittelbaren Umgebung, sagt er. «Hausmänner und Hausfrauen sind deshalb bei Einsätzen tagsüber für uns sehr wichtig.» Eher kritisch sieht er dagegen eine Kinderbetreuung bei Nacht-Einsätzen oder bei Einsätzen, die sich über viele Stunden erstrecken.

Werbung für Feuerwehr machen

Gabriel Schmid ist Kommandant der Feuerwehr Wölflinswil-Oberhof, die einen kleineren Bestand aufweist als die Feuerwehren Rheinfelden und Frick. «Wir machen uns allgemein Gedanken, wie wir mehr Feuerwehrleute rekrutieren können», sagt er. «Bei uns hat es beispielsweise etwas gebracht, dass wir die Endprobe öffentlich machen.» Die Kinderbetreuung sei in Oberhof und Wölflinswil nicht das Hauptproblem. Die Idee von Eggenwil finde er grundsätzlich gut, so Schmid, gerade auch weil sie dafür sorge, dass die Feuerwehr zum Gesprächsthema wird.

Zwei Dinge gibt er allerdings zu bedenken: «Es braucht ja dann auch wieder Leute, die den Betreuungsdienst übernehmen.» Zudem habe etwa die Feuerwehr Wölflinswil-Oberhof nur rund zehn Einsätze im Jahr, sodass der Betreuungsdienst gar nicht so oft zum Einsatz käme. «Die Probetermine sind nämlich jeweils im Dezember des Vorjahres bekannt, da kann man sich gut einrichten.»

Im Wegenstettertal kennt Thomas Hiltmann, Kommandant der Feuerwehr Wabrig der Gemeinden Hellikon, Wegenstetten und Zuzgen, derzeit keine Rekrutierungsschwierigkeiten. Dennoch habe er auch schon erlebt, das fähige Leute wegen der Kinder keinen Feuerwehrdienst mehr geleistet hätten. Grundsätzlich hält er die Problematik im ländlichen Raum aber für geringer.

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