Das geplante Kindergartengebäude mit separatem Mehrzweckraum nicht etwas grösser zu bauen, wäre am falschen Ort gespart, lautete der Grundtenor an der Gemeindeversammlung in Oeschgen. Dabei ging es nicht etwa um den «Chindsgi» in der oberen Etage des zweistöckigen Gebäudes, sondern um den geplanten separaten Mehrzweckraum im Parterre. Wird die Bautiefe um zwei Meter erweitert, finden an ein paar zusätzlichen Tischen zusätzlich 30 Personen Platz.

Die Vergrösserung dürfte rein planerisch kein Problem darstellen, müsste aber auf Kosten der Parzellentiefe realisiert werden «und kostet 200 000 bis 300 000 Franken mehr», wie Gemeindeammann Christoph Koch den 92 (von total 644) Stimmberechtigten aufzeigte, die an der Versammlung teilnahmen. Das heisst, die als Sitzplatz nutzbare Fläche vor dem Gebäude würde der grösseren Baufläche geopfert.

Trotz diesen Erläuterungen blieben 51 der Versammelten dabei, nehmen eine Steuerfusserhöhung in Kauf und stimmten für die Rückweisung und damit für die Überarbeitung der Baupläne, während 28 Teilnehmer den gemeinderätlichen Antrag samt den benötigten 1,9 Millionen Franken für den Neubau eines Kindergartens mit Mehrzweckraum neben dem Schulhaus guthiessen.

Mit dem genehmigten Rückweisungsantrag der Männerriege fasste der Gemeinderat nun den Auftrag, die Räumlichkeiten grösser zu planen, die Küche besser auszustatten und auf dem Dach eine Solaranlage installieren zu lassen.

Es taucht unweigerlich die Frage auf, ob sich die Gemeinde Oeschgen den Neubau des Kindergartens mit einem Mehrzweckraum überhaupt leisten kann. Kann sie, denn der Verkauf der 13 Aren Land am Kindergartenweg, wo jetzt noch der alte «Chindsgi» steht, dürfte rund eine halbe Million Franken einbringen, sodass die Nettoinvestitionen für den Neubau schliesslich noch 1,5 Millionen Franken ausmachen würden.

In der sehr lange dauernden Diskussionsrunde zu diesem Geschäft sprachen sich Vertretungen von Schulpflege, Mittagstisch und auch Männerriege für den Neubau aus, aber wünschten eine komfortablere, sprich flächenmässig grössere Variante. Alle übrigen Geschäfte genehmigte der Souverän, unter anderem das Budget 2015 mit einem unveränderten Steuerfuss von 113 Prozent. (chr)