Wehr (D)

Kindergarten brennt in der Nacht bis auf die Grundmauern nieder

Im deutschen Wehr an der Schweizer Grenze zerstörte ein Brand einen Kindergarten und richtete einen Millionen-Schaden an – für 100 Kinder muss nun für Ersatz gesorgt werden.

Der Kindergarten Seeboden in Wehr (D) – einer Stadt, die sich nur wenige Kilometer von der Grenze zum Fricktal entfernt befindet, liegt in Schutt und Asche. Über dem Kindergarten liegt der Geruch von verbranntem Holz. In der Nacht von Montag auf Dienstag brach in dem 1983 erbauten Haus ein Feuer aus.

Als der Alarm um 3.20 Uhr bei der Feuerwehr einging und diese wenige Minuten später vor Ort mit den Löscharbeiten begonnen hatte, stand der Kindergarten bereits lichterloh in Flammen. Laut Polizei liegt der durch den Brand verursachte Schaden im Millionenbereich. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

100 Kinder können nach Brand nicht mehr in Kindergarten

100 Kinder können nach Brand nicht mehr in Kindergarten

Im deutschen Wehr nahe der Aargauer Grenze brannte ein Kindergarten am Montagabend komplett nieder. Was bedeutet der Brand kurz nach den Weihnachtsferien für das Personal und die Kinder?

«Der Brand hat sich vom Mittelbau ausgebreitet», erzählt Feuerwehrkommandant Nicolo Bibbo vor Ort. Er und seine Mannschaft konnten nur von einer Seite ins Gebäude vordringen, per Kran wurden die Löscharbeiten von oben unterstützt. «Zunächst haben wir das Wasser von den Hydranten bezogen, später kam es von einem kleinen Fluss», so Bibbo.

Feuerwehr mit 100 Mann im Einsatz

Neben der Feuerwehr Wehr waren auch die Feuerwehren Öflingen und Bad Säckingen vor Ort, um das Übergreifen auf die umliegenden Wohnhäuser und die Kindertagesstätte zu ver­hindern. Mit 100 Mann und 16 Fahrzeugen waren die Feuerwehren im Einsatz. «Seit unserem Eintreffen bestand für die Anwohner keine Gefahr mehr», erklärt Bibbo. Deswegen mussten die Wohnhäuser auch nicht evakuiert werden.

Nach den Weihnachtsferien wäre am gestrigen Dienstag in Deutschland eigentlich der erste Tag gewesen, an dem die rund 100 Kinder wieder in ihren Kindergarten Seeboden gegangen wären. Um 7 Uhr hätte dieser eigentlich seine Türen geöffnet, die nur wenige Stunden nach dem Vollbrand von einem Bagger abgerissen werden.

Der Abriss des Gebäudes war notwendig, da Teile des Gebäudes durch den Brand akut einsturzgefährdet waren. Nach dem Abriss war die Begehung durch die Feuerwehr möglich. «Wir mussten da rein, um mögliche weitere Glutnester zu löschen, die ansonsten zu einem abermaligen Brand hätten führen könnten», erklärt der Feuerwehrkommandant.

Erschwerend für den Einsatz war für die Feuerwehren der relativ starke Wind, der in den ­frühen Morgenstunden wehte, wie Bibbo erzählt, dieser habe zu einer Beschleunigung des Brands bei­getragen. Ausserdem bestehen Elemente des Kindergarten-Gebäudes sowie des ­Daches zu grossen Teilen aus Bitumenschindeln und Holz, was ebenfalls zu einer schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen haben könnte.

100 Kinder sind nun ohne Stätte

Nach dem Brand stellt sich die Frage, wo die rund 100 Kindergartenkinder des Kindergartens Seeboden nun unterkommen können. Bürgermeister Michael Thater war fast zeitgleich mit der Feuerwehr am Einsatzort, wie er erzählt: «Ich war schockiert, als ich eintraf, stand das Gebäude in Vollbrand. Ich habe zu dem Kindergarten auch eine emotionale Verbindung – meine Kinder sind dort quasi grossgeworden. Gott sei Dank wurde niemand bei dem Brand verletzt.»

Eigentlich habe die Stadt nicht geplant, in näherer Zukunft einen weiteren Kindergarten zu bauen – der Bau des neuen Kindergartens «Bündtenfeld» ist derzeit in den letzten Zügen – doch nun müsse der völlig zerstörte Kindergarten Seeboden ersetzt werden. «Das Gebäude wird abgerissen werden müssen. Der Standort an sich ist gut. In jedem Fall wird es in Zukunft wieder einen Kindergarten Seeboden geben», zeigt sich der Bürgermeister hoffnungsvoll.

Neue Räume für die Kinder sind geplant

In den kommenden drei bis sechs Monaten soll ein Provisorium, beispielsweise in Form von Containern, errichtet werden, ein Neubau des Kindergartens Seeboden könnte noch mindestens zweieinhalb Jahre auf sich warten lassen. Der Kindergarten Zelg sowie die Real- und Grundschule blieben am Dienstag geschlossen. «Das ist eine Vorsichtsmassnahme wegen der Rauchbelastung», erklärt Bürgermeister Michael Thater.

Am morgigen Donnerstag will die Stadt die rund 100 betroffenen Kinder in «Notgruppen» in den verschiedenen ­Kindergärten der Stadt für eine bis anderthalb Wochen unterbringen. Im Gespräch mit allen Beteiligten sei auch gewesen, die offizielle Eröffnung des Familienzentrums «Bündtenfeld» am 30. Januar nach hinten zu verschieben und die Räume ­provisorisch zur Verfügung zu stellen.

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