Kinder zügeln in den neuen Kindergarten

Kindergarten im Wald bleibt positiv in Erinnerung – Waldsofa bleibt bis Sommer erhalten.

Karin Pfister
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Mit dem Leiterwagen zogen die Kinder vom Wald zum neuen Kindergarten-Gebäude.

Mit dem Leiterwagen zogen die Kinder vom Wald zum neuen Kindergarten-Gebäude.

Bild: Karin Pfister

Während unten im Dorf die Handwerker den Vorplatz für den oberen Eingang des neuen Gebäudes fertigplanieren, packen oben im Eichwald die Kinder ihre selbstgefertigten «Garderoben»-Kugeln, die am Waldsofa hingen, in den Leiterwagen und laufen die Eichwaldstrasse hinunter. Was die Kinder im neuen Kindergarten erwartet, davon haben sie noch keine genaue Vorstellung. Viel lieber erzählen sie, was sie im Wald gelernt haben: «Mit dem Sackmesser Stecken schnitzen», «auf Bäume klettern», «Feuer machen», «Kristalle suchen» und «Hütten bauen». Spannend sei auch die morgendliche Busfahrt gewesen, so ein Mädchen.

Spielsachen gab es im Wald keine und sie wurden auch nicht vermisst, wie Kindergärtnerin Kathy Gärtner bestätigt. «Der Wald war für die Kinder genug. Es gab so vieles zu entdecken und zu sehen.» Besonders schön fand sie, dass die Kinder viel Platz hatten und sich so frei bewegen konnten. «Das hat ihnen gut getan.» Um eine definitive Bilanz über die pädagogischen Vorteile zu ziehen, sei es aber noch zu früh. «Die Kleinen kennen ja nur den Waldkiga; ich bin gespannt, wie sie sich im normalen Kindergarten einleben und was anders sein wird.»

Was man sicher sagen könne, sei, dass Kinder robust und wetterfest sind. «Der Dreck und ­die Kälte machen ihnen nichts aus.»

Auch Susanne Abt, die Kathy Gärtner während der Waldkiga-Zeit als Assistentin unterstützt hat, kann viel Positives mitnehmen. «Mich faszinierte die Freiheit im Wald und dass die Kinder immer etwas zum Spielen gefunden haben. Aus ganz wenig ist immer viel entstanden.»

Die dreckigen Schuhe müssen draussen bleiben

Um kurz vor 12 Uhr kam die Gruppe aus dem Eichwald im Dorf an. Die dreckigen Schuhe mussten draussen bleiben und die Kinder konnten auf Socken einen ersten kurzen Augenschein im neuen Kindergarten nehmen. Definitiv los geht es im neuen Gebäude dann erst nach den Weihnachtsferien. Ganz vergessen werden die Kinder den Wald nicht; das Waldsofa bleibt noch bis zum nächsten Sommer stehen und wird hin und wieder besucht werden. Danach müsse es aber aus strategischen Gründen, so die Weisung des Militärs, welches das Gelände regelmässig benützt, zurückgebaut werden.