Fricktal
Kinder können ihr Anglerglück weiterhin versuchen

In Basel sind sie umstritten, im Fricktal sind sie dagegen (noch) kein Thema: Fischer-Kurse im Ferienspass. Sowohl im Bezirk Rheinfelden als auch auch im Bezirk Laufenburg werden Kurse seit Jahren angeboten.

Nadine Böni
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Im Fricktal dürfen Kinder noch, was sie in Basel seit kurzem nicht mehr dürfen: Mit dem Ferienspass fischen. (Archiv)

Im Fricktal dürfen Kinder noch, was sie in Basel seit kurzem nicht mehr dürfen: Mit dem Ferienspass fischen. (Archiv)

Jonas Liniger

In Basel liefern sich Tierschutz und Kinderpsychologen und der Fischereiverband seit gut einem Jahr einen öffentlichen Schlagabtausch, was die Jungfischer-Schnuppertage im Ferienpass betrifft. Mit einem vorläufigen Resultat: Die Schnuppertage sind aus dem diesjährigen Programm gestrichen.

In den Bezirken Rheinfelden und Laufenburg bieten hingegen sowohl der Ferienspass Region Laufenburg als auch der Ferienspass Region Frick an zwei Tagen den Kurs «Fish and Fun» an. Und das schon seit einigen Jahren.

Kurse sind beliebt

«Wir werden im Rhein fischen und bräteln. Ausserdem werdet ihr einen kleinen theoretischen Einblick in die Fischerei erhalten», heisst es im Kursbeschrieb auf der Ferienspass-Homepage. Der Kurs wird vom Fischerverein Kaisten und von der Fischerzunft Laufenburg organisiert. «Er ist beliebt und hat jedes Jahr viele Anmeldungen», sagt Sandra Bhend, Präsidentin des Ferienspass Region Frick.

Das bestätigt Ulrich Germann, Präsident des Kaister Fischervereins. Bereits hätten sich Kinder gemeldet, die sich schon auf den nächsten Kurs im Sommer freuen würden. «Der Kurs ist eine Tradition», sagt Germann.

Bis ins Fricktal sind die hohen Wellen also noch nicht geschwappt, die die Diskussion in Basel wirft. Dennoch: Auch hier macht man sich Gedanken. Sandra Bhend sagt: «Es kann durchaus sein, dass der Fischer-Kurs einmal zum Thema wird.» Sie kann sich an das Ferienspass-Angebot «Mausen» erinnern, das Widerstand weckte. Falls Ähnliches beim Fischen geschähe, würde man das Angebot überdenken, sagt Bhend. «Eine Einschätzung, ob es abgeschafft oder trotzdem weitergeführt würde, kann ich heute nicht geben.»

Sowohl sie als auch Germann würden eine Abschaffung bedauern. «Es wird geschätzt, dass Kinder einen Einblick in ganz verschiedene Bereiche bekommen», sagt Behnd. «Die Kurse sind eine Chance, den Kindern die Zusammenhänge der Natur näherbringen zu können», sagt Germann. Entsprechend ernst würden die Kursleiter ihre Aufgaben nehmen. An den Ferienspass-Tagen wird demnach nicht einfach die Angel ausgeworfen, es wird auch Theorie gebüffelt.

Ferienspass ist eine Chance

«Zum Fischen gehört nicht nur das Töten. Es geht um die Wertschätzung der Tiere und ihre Lebensräume – und durchaus auch um Umweltschutz», sagt Thomas Stucki, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton. Die Kursleiter müssen wie auch private Fischer eine Fischerkarte lösen und dazu den Sackkunde-Nachweis vorlegen. In mehrstündigen Kursen kann dieser beim Aargauischen Fischereiverband erworben werden. Da es sich bei den Ferienspass-Kursleitern meist um erfahrene Fischer aus Vereinen handle, sei die Ausbildung sichergestellt, sagt Stucki. Vom Kanton aus spreche also nichts gegen den Ferienspass-Kurs.

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