Ob Gemüse, Getreide, Fleisch, Fisch oder Milchprodukte – was genau die Römer einst in ihren Kellerschächten lagerten, lässt sich heute nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen.

«Vermutlich rasch verderbliche Lebensmittel», sagt Kantonsarchäologe Georg Matter. «In den Kellern war es kühler als an der Oberfläche und die Lebensmittel waren dadurch besser haltbar.»

Das würde zum aktuellen Fundort in Laufenburg passen: Am Ort, wo künftig die Überbauung «Rhypark» stehen soll, haben Archäologen gleich mehrere der gemauerten Kellerschächte – quasi die Kühlschränke der Römer – entdeckt.

Handel über den Rhein

Die Archäologen vermuten, dass es sich bei der Siedlung in Laufenburg um einen Warenumschlagplatz gehandelt haben könnte. Dafür spricht vor allem ein Punkt: Der Rhein war schon damals ein wichtiger Transport- und Handelsweg.

In Laufenburg war er eine Gefahr und gleichzeitig auch eine Chance. Denn die Stromschnellen stellten eine Erschwernis für die Schifffahrt dar, die Enge der Felspassage aber bot die Möglichkeit für den Bau einer Brücke.

So gilt es als sicher, dass über den Rhein Waren aus Gallien und Italien eingeführt wurden. Exportiert dagegen wurden vor allem gesalzene Lebensmittel, Wurstwaren, Holz, Honig, Speckstein oder Bergkristall.

Im Museum Schiff in Laufenburg ist zurzeit eine Ausstellung über die Ausgrabungen von 1999 im Gebiet Schimelrych zu sehen. Schon damals hatte man Kellerschächte gefunden. Welche Güter genau in der römischen Siedlung von Laufenburg gelagert und verhandelt wurden, kann demnach nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Vielleicht waren es erwähnte Lebensmittel, die auf den umliegenden Gutshöfen produziert, in den Kellerschächten gelagert und dann per Schiff weitertransportiert wurden.

Seit März laufen die aktuellen Ausgrabungen beim «Rhypark». Kantonsarchäologe Matter ist zufrieden mit der Ausbeute: «Die Funde sind ein weiteres Mosaiksteinchen, das uns Erkenntnisse zum römischen Laufenburg bringt – darüber, wie und von was die damaligen Bewohner von Laufenburg gelebt haben.»

Die gemachten Funde bewegen sich in dem Rahmen, den die Kantonsarchäologen nach der Prospektion erwartet haben. Die Fundstücke kommen nach und nach ins Funddepot des Kantons. Die erste Auswertung der Untersuchungen werde weitere Erkenntnisse zur Interpretation und Bedeutung der Fundstelle liefern, sagt Matter.

Ausgrabungen bis im August

Bis Ende August sollen die Grabungen in Laufenburg vorerst abgeschlossen und im Frühling auf dem Areal gebaut werden. Matter rechnet damit, dass die Funddichte auf den angrenzenden Parzellen in Richtung Westen tendenziell abnimmt.

Im Bereich Richtung Stadt seien Funde in ähnlichem Umfang wie jetzt beim «Rhypark» zu erwarten, sagt Matter. «Falls weitere Überbauungen kommen, werden wir sicher genau hinschauen.»