«Als Kreisschulverband mit drei Standorten ist unser Projekt bisher wohl einmalig im Fricktal», unterstrich Monika Grossert-Schneider. Sie hat die Bildungskooperation in ihrer Person vorweggenommen, ist sie doch schon Schulleiterin in allen drei Gemeinden. Aber sie hat mit jeder einen separaten Arbeitsvertrag abgeschlossen – das wäre dann in Zukunft passé.

Drei Schulstandorte unter einem Dach, mit nur einem Arbeitgeber für Schulleitung und Lehrpersonen, mit nur einer Schulpflege, moderner, flexibler, attraktiver – so zeichneten die Verantwortlichen das Lernen von morgen im Fischingertal.

«Zwergschulen wie die in unseren drei Gemeinden sind dem Kanton ein Dorn im Auge», sagte Alex Müller, Schulpflegepräsident von Obermumpf. Bevor Aarau die Weichen stelle, gelte es, das Heft selbst in der Hand zu behalten, selbst aktiv zu werden. «Das Departement Bildung, Kultur und Sport ist begeistert von unserem Vorhaben», berichtete Monika Grossert-Schneider.

Sorgen werden laut

Der Funke der Begeisterung wollte auf die rund 20 Anwesenden im Oberstufenzentrum indes noch nicht so richtig überspringen. Ganz grundsätzlich dagegen war zwar niemand, dennoch wurden Sorgen laut vor weiteren Schulwegen, häufigen Wechseln zwischen den drei Standorten und einem höheren Aufwand in der Mittagsbetreuung für die Eltern.

«Hauptschulort bleibt immer der Wohnort», so Clara Brunner. Doch eine Garantie gibt es laut der Schulpflegepräsidentin von Mumpf dafür nicht. Wenn die Klassen vor Ort nicht ausreichend gross sind – 15 Schüler schreibt der Kanton mindestens vor – wird zwischen den drei Standorten entsprechend aufgefüllt. Mehr als zwei Jahrgänge gemeinsam in einem Klassenzimmer sollen es aber nicht sein. Ganz neu wäre dieser Schülerexport ja auch nicht, gehen doch schon jetzt Obermumpfer Erstklässler nach Schupfart und Schupfarter Drittklässler nach Obermumpf.

Diese Form der Zusammenarbeit, auf zwei Jahre befristet, aber grundsätzlich verlängerbar, soll allerdings keine Dauerlösung sein. «Wir wollen mit dem neuen Modell, dem Kreisschulverband, etwas Nachhaltiges mit hoher Verbindlichkeit schaffen», sagte die Schulpflegepräsidentin von Schupfart, Sonja Kobler.

Start wäre 2018 möglich

Ein entsprechender Vertrag könnte bis Frühjahr 2017 vorliegen. Diesen müsste das Bildungsdepartement prüfen, dann könnte der Souverän in den Sommergemeindeversammlungen darüber abstimmen. Auch der Regierungsrat muss Sonja Kobler zufolge zustimmen. Starten könnte die neue Schule im August 2018.

«Was ist, wenn nur eine der drei Gemeinden Nein sagt, gibt es dann einen Plan B?», wollte eine Mutter wissen. «Plan B heisst, dass wir künftig drei bis vier Jahrgänge in eine Klasse packen müssen und dass ist weder für die Schüler noch für die Lehrpersonen gut», antwortete Monika Grossert-Schneider.

Am Montag, 7. November, findet die Orientierungsversammlung über die neue Schulform ein zweites Mal statt: Aula Oberstufenzentrum Fischingertal, Mumpf, 19.30 Uhr.