Zuzgen

Keine zusätzlichen Fussgängerstreifen: «Umgestaltung ist unverhältnismässig»

Für eine Mittelinsel ist die Zuzger Hauptstrasse mit 6,5 Meter zu eng. Archiv

Für eine Mittelinsel ist die Zuzger Hauptstrasse mit 6,5 Meter zu eng. Archiv

Die Petitionärin Anja Meyer forderte zwei Querungsstreifen an der Hauptstrasse. Nun ergeben Fussgänger-Zählungen, dass dafür kein Bedarf vorhanden ist.

Anja Meyer lancierte auf petitio.ch, der Petitionsplattform der Aargauer Zeitung, erfolgreich eine Petition. In dieser forderte sie unter anderem, zwei Querungsstellen mit Mittelinseln an der Hauptstrasse – beim Volg und der Einmündung der Lohnbergstrasse – zu errichten. Ihr Anliegen ist es, dadurch die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg zu erhöhen.

Sechs Monate nach der erfolgreichen Petitionseingabe ist das Ergebnis für Meyer ernüchternd: Die Fussgängerzählungen ergaben, dass zu den Stosszeiten höchstens zehn Personen die Hauptstrasse überqueren. «Dieser Wert liegt weit unter der Grenze, die den Bau von zusätzlichen Fussgängerstreifen rechtfertigen würde», sagt Daniel Schwerzmann, Leiter der Unterabteilung Verkehrsmanagement des Kantons. Auch Gemeindeammann Heinz Kim sieht keine Notwendigkeit für zwei weitere Fussgängerstreifen: «Der Schulweg ist sicher und die Hauptstrasse ist übersichtlich.»

Kinder müssen Umweg machen

Meyer ist mit dieser Begründung unzufrieden: «Ob für drei oder für 30 Kinder, die zwei zusätzlichen Querungsstreifen hätten den Schulweg sicherer gemacht. Und darum geht es.» Meyer, selber Mutter eines Kindes im schulpflichtigen Alter, weiss, dass momentan einige Eltern ihre Kinder auf dem Schulweg begleiten. «Die Eltern müssen mit ihren Kindern einen Umweg machen, der nötig ist, um den bestehenden Fussgängerstreifen zu benutzen», sagt sie.

Auch die zweite Forderung von Meyer, den bestehenden Querungsstreifen mit einer Schutzinsel zu versehen, hält der Gemeinderat aufgrund der Fussgängerzählungen für nicht notwendig. Zudem würde der Einbau einer Schutzinsel eine Verbreiterung der Hauptstrasse um rund zwei Meter nötig machen. Dies wiederum hätte eine Anpassung der Gehwege, Landerwerb sowie eine Versetzung der Bushaltestelle zur Folge. Nach Ansicht von Kim ist die Umgestaltung der gesamten Hauptstrasse aufgrund einer Mittelinsel «unverhältnismässig».

Was aufgrund der kürzer werdenden Tage in den kommenden Wochen überprüft wird, ist die Ausleuchtung des bestehenden Fussgängerstreifens. Hierfür wird die AEW Energie AG die Beleuchtung testen und diese, falls nötig, erweitern.

Eine Sanierung steht an

Endgültig sind die geforderten Baumassnahmen an der Hauptstrasse jedoch noch nicht vom Tisch. Weil die Kantonsstrasse zuletzt 1985 erneuert wurde, steht die Planung für deren Sanierung in den nächsten Jahren an. «Gut möglich, dass sich bis dahin die Verkehrssituation durch das Wegenstettertal verändert. Wir werden die Wünsche aus der Bevölkerung in jedem Fall aufnehmen und in die Planungen miteinbeziehen», sagt Kim.

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