Fricktal
Keine Probleme beim Besetzen der Stellen im Altersheime

Die Altersheime im Fricktal verzeichnen keinen Personalmangel. Sie profitieren bei der Suche nach Pflegekräften von der Grenznähe. Bis zu 50 Prozent der Angestellten sind aus Deutschland.

Yvonne Zollinger
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Pflegestellen in Fricktaler Altersheimen sind gesucht. Symbolbild/Archiv

Pflegestellen in Fricktaler Altersheimen sind gesucht. Symbolbild/Archiv

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Das Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach beschäftigt insgesamt 70 Personen im Pflegebereich. «Wir haben keine Probleme beim Besetzen unserer Stellen im Pflegebereich», sagt Judith Dominguez, Leiterin des Wohn- und Pflegezentrums.

«Mit einer Ausnahme, auf Stellenausschreibungen für Pflegekräfte mit einer höheren Ausbildung erhalten wir praktisch keine Bewerbungen.» Der Fachkräftemangel in diesem Bereich betreffe aber nicht nur die Region Fricktal, sondern die ganze Schweiz.

Eine lange Ausbildung bei viel Verantwortung und relativ niedrigem Lohn könnten Gründe dafür sein, so Dominguez. Vielleicht sei auch das negative Bild, das man noch immer von der Altenpflege habe daran schuld.

Attraktiv für Grenzgänger

Das Wohn- und Pflegezentrum in Möhlin ist ein attraktiver Arbeitgeber für Grenzgänger. «Rund 50 Prozent unseres Pflegepersonals kommt aus Deutschland», sagt Judith Dominguez.

«Wir arbeiten sehr gerne und auch gut mit unseren deutschen Mitarbeitern zusammen.» Die Ausbildung Altenpflege in Deutschland sei etwas höher als die dreijährige Lehre zur Fachangestellten Gesundheit auf Schweizer Seite. «Wir können also von der Zusammenarbeit profitieren.»

Ob dies nach der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative noch so sein wird, darüber macht sich nicht nur Judith Dominguez ihre Gedanken.

Ungewisse Zukunft

«Wir wissen nicht, welche Auswirkungen die Initiative auf die Besetzung der Stellen in Zukunft haben wird», sagt Andre Rotzetter, Leiter Verein Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF). «Ob das Reservoir an Pflegepersonal versiegen wird.»

In den beiden Alterszentren Bruggbach in Frick und Klostermatte in Laufenburg sind zur Zeit rund zehn Prozent des Personals Grenzgänger. «Wir haben keinen Mangel an Pflegefachkräften», sagt Andre Rotzetter.

Dazu trage sicher auch der Vorteil der Grenznähe bei. Inserate auf offene Stellen im Pflegebereich habe das VAOF seit einem Jahr keine mehr schalten müssen. «Wir erhalten oft Blindbewerbungen.»

Im Altersheim Rinau in Kaiseraugst hat man auch ohne grossen Grenzgängeranteil keine Probleme mit dem Besetzen von Stellen für Pflegefachkräfte. «Wir haben eine stabile Personalsituation», sagt Leiterin Raphaela Bootz. «Unsere Mitarbeiter stammen vorwiegend aus der Region.» Wie beim VAOF gehen auch im Altersheim in Kaiseraugst viele Blindbewerbungen ein.

Weniger Lernende mit Matur

In den Alterszentren Bruggbach und Klostermatte werden 28 Lernende im Pflegebereich ausgebildet. «Bis vor zwei Jahren hatten wir keine Probleme, diese Lehrstellen zu besetzen», sagt Andre Rotzetter.

Es werde jedoch zunehmend schwieriger, Lehrlinge vor allem für Pflegeberufe mit Berufsmatur zu finden. Der Fachkräftemangel in diesem Sektor wird sich daher in den nächsten Jahren kaum entschärfen.

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