Kaiseraugst
Keine Einsprachen gegen die «Spezialzone Liebrüti»

Die Umzonung für den Liebrüti-Wohnturm kommt im Dezember vor die Gemeindeversammlung. Der angekündigte Widerstand der IG «Altersgerechtes Wohnen ohne Turm» ist bis jetzt noch ausgeblieben.

Nadine Böni
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Die Eigentümer des Liebrüti-Zentrums wollen auf dem Zentrum einen Wohnturm bauen.

Die Eigentümer des Liebrüti-Zentrums wollen auf dem Zentrum einen Wohnturm bauen.

zvg

Der geplante Wohnturm in der Liebrüti hat eine weitere Hürde genommen. Gegen die erforderliche Teilrevision der Nutzungsplanung – das Areal muss von Wohnzone in eine Spezialzone Liebrüti umgezont werden – sind bei der öffentlichen Auflage keine Einsprachen eingegangen. Dies bestätigt der Kaiseraugster Gemeindeschreiber Roger Rehmann. Nun werde die Umzonung auf die Traktandenliste der Einwohnergemeindeversammlung vom 3. Dezember 2014 gesetzt.

Vorgesehen haben die Eigentümer im Projekt «Liebrüti Domus» eine Gebäudeaufstockung mit weiteren 18 Geschossen auf dem Zentrum. Im 80-Meter-Turm sollen rund 100 neue Wohnungen entstehen, mehrheitlich für Ein- oder Zweipersonen-Haushalte. Alle Wohnungen sollen altersgerecht und hindernisfrei eingerichtet werden und ältere Menschen einen Vorrang bei der Wohnungsvergabe bekommen. Daneben soll das ganze Zentrum mit allen bestehenden Geschäftslokalen sowie dem Hallenbad saniert werden. Die Kosten für das gesamte Bauprojekt werden auf rund 50 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

Finanziert wird das Vorhaben von der Eigentümerschaft. «Der Entschluss zu diesem Investment basiert wesentlich auf der persönlichen Sympathie zur Gemeinde Kaiseraugst und zu ihrer Bevölkerung», schreiben die Eigentümer auf der Website des Grossprojekts (www.liebrueti-domus.ch).

IG kündet Widerstand an

An der Gemeindeversammlung dürfte das Traktandum wohl zu einigen Diskussionen führen. Eine eigens gegründete «Interessengemeinschaft (IG) Altersgerechtes Wohnen ohne Turm» kündete kurz nach Ablauf der Auflagefrist in einem Leserbrief Widerstand gegen das Projekt an. Die Liebrüti sei auch nach 40 Jahren ein Musterbeispiel für verdichtetes Wohnen und eine einzigartige Pionierleistung der Moderne in der Region. «Es wäre eine Katastrophe für das Gesamtbild der Liebrütisiedlung, würde neu ein zusätzliches Renditeobjekt von 80 Meter Höhe auf das Einkaufszentrum gebaut», heisst es im Brief.

Andere Bedürfnisse

«Es gibt andere Möglichkeiten, altersgerechte Wohnungen in der Liebrüti zu realisieren, als diesen massiven Turm auf das Zentrum zu stellen», schreiben sie. «Was Kaiseraugst dringend braucht, sind je 20 bis 30 Wohnungen mit Service-Dienstleistungen (betreutes Wohnen), sowohl südlich wie nördlich der Landstrasse.» Bis heute sei aber in den Plänen zum Wohnturm nicht ersichtlich, ob betreutes Wohnen vorgesehen ist. Abzuwarten bleibt, was die IG bis zur Gemeindeversammlung oder an der Gemeindeversammlung unternimmt. Gestern war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.