Stein Mumpf Obermumpf Schupfart
Kein Zusammenschluss von vier Gemeinden im mittleren Fricktal

Die Projektleitung von «Gemeinden im mittleren Fricktal» erachtet eine Fusion vom Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart als sinnvoll und machbar. Obermumpf teilt diese Meinung nicht, steigt aus dem Projekt aus.

Susanne Hörth
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Projekt Mittleres Fricktal: Vier Gemeinden prüfen eine Zusammenarbeit

Projekt Mittleres Fricktal: Vier Gemeinden prüfen eine Zusammenarbeit

az / Guido Savian

Der Obermumpfer Gemeinderat hat sich entschlossen beim möglichen Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden Mumpf, Stein und Schupfart nicht mitzumachen «Ja, es ist so, damit ist das Projekt in der geplanten Form beerdigt», bestätigt Markus Leimbacher, Projektleiter «Zukunft der Gemeinden mittleres Fricktal» eine entsprechende Frage..

Die Enttäuschung ist Markus Leimbacher deutlich anzuhören. Die vier Gemeinden haben vor einiger Zeit beschlossen, gemeinsame Abklärungen über die Zukunft zu machen. Acht Arbeitsgruppen, mit Mitgliedern aus allen Gemeinden haben vor zwei Jahren damit begonnen, den Ist-Zustand zu erfassen. Mit dem Ziel, Vor- und Nachteile möglicher Zusammenarbeitsformen bis hin zu einem Zusammenschluss zu erarbeiten. Gestützt auf die Abklärungen der Facharbeitsgruppen (FAG) kam die Projektleitung zum Schluss, hat dies auch so den Behörden der vier beteiligten Gemeinden mitgeteilt, dass ein Zusammenschluss für alle sinnvoll und machbar sei.

Finanzen und Schule.

Als Grund für ihren Ausstieg nennt Eva Frei, Frau Gemeindeammann von Obermumpf, unter anderem die Finanzen. Im Schlussbericht der FAG Finanzen werde festgehalten, dass der geplante Steuerfuss von 98 Prozent bei der zusammengeschlossenen Gemeinde nur realisierbar sei, wenn jährlich 400 000 Franken eingespart werden. Das ist für Obermumpf (Steuerfuss heute 125%, Stein 98%, Mumpf 122% und Schupfart 115%) zu unsicher.

Ebenso, dass im Zusammenschlussvertrag der Bereich Schule ausgeklammert werde. «Wir im Gemeinderat sind der Meinung, dass das unbedingt in den Fusionsvertrag gehör. Wir wollen keine Fusion, bei der die Schule nicht Bestandteil ist», so Eva Frei. Sie betont aber auch, dass Obermumpf offen für weitere Zusammenarbeiten sei. «Wir schlagen die Türe nicht zu.» Laut Projektleiter Markus Leimbacher ist das Potenzial an weiteren Zusammenarbeiten mehr oder weniger ausgeschöpft. Dass der Bereich Schule ausgeklammert wird, erklärt Leimbacher damit, dass sich im Bildungsbereich zurzeit so vieles verändere. Dazu komme, dass bei den Schulen im mittleren Fricktal auch umliegende Gemeinden, die nicht im Fusionsvorhaben involviert sind, betroffen sind.

Enttäuschung bei den anderen

Dass Obermumpf, welches vor einigen Jahren aufgrund seiner schlechten Finanzen gar eine Krisensitzung mit den Regierungsräten Urs Hofmann und Roland Brogli einberufen hatte, sich aus dem Zusammenschlussvorhaben zurückzieht, stösst in den anderen beteiligten Gemeinden auf grosses Bedauern und auch auf teilweises Unverständnis.

«Es ist eine riesige Enttäuschung», so der Steiner Gemeindeammann Hansueli Bühler. Er ist überzeugt, dass der Zusammenschluss für die Gemeinden des mittleren Fricktals viel gebracht hätte. «Wir haben bereits im Gemeinderat entschieden, dass wir nach den Sommerferien schauen, dass es zu dritt weitergeht», so Bühler.

Jürg Müller, Gemeindeammann von Mumpf sagt ebenfalls: «Wir sind sehr enttäuscht.» Auch er betont, dass der Schulterschluss allen Partnern vorwiegend Vorteile gebracht hätte. Mumpf bleibt für einen Zusammenschluss weiterhin offen.

Die Entscheidung der Obermumpfer lässt ebenso Bernhard Horlacher, Gemeindeammann von Schupfart klare Worte der Enttäuschung äussern. Auch diese Gemeinde wird sich nach den Sommerferien mit einem möglichen Zusammenschluss mit den verbleibenden Gemeinden Stein und Mumpf befassen.

Fusionsgedanke dreht weiter

Ein Zusammenschluss, wie er auch von der Projektleitung zur weiteren Prüfung empfohlen wird. Bevor jedoch neue Abklärungen, möglicherweise durch die bereits getätigten Arbeiten in verkürzter Form angegangen werden können, muss nun zuerst das Projekt «Zukunft der Gemeinden im mittleren Fricktal» mit den bisherigen Gemeinden Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart abgeschlossen werden. «Wir bereinigen nun den Schlussbericht», so Markus Leimbacher. Schluss mit dem Fusionsgedanken heisst es aber auf jeden Fall nicht bei Stein, Mumpf und Schupfart.