Kaiseraugst AG / Augst BL
Kein Witz: Zeppelinbrücke über die Ergolz war lange Zeit ohne Besitzer

Vor rund 100 Jahren wurde die so genannte Zeppelinbrücke in der Nähe der Rheinmündung über die Ergolz errichtet. Das Bauwerk war lange ohne Besitzer und wurde nun nach der Sanierung an die beiden Gemeinden Kaiseraugst AG und Augst BL übertragen.

Walter Christen
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Kein Witz: Zeppelinbrücke über die Ergolz war lange Zeit ohne Besitzer
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Unterzeichnung des Vertragswerks durch den Augster Gemeindepräsidenten Andreas Blank
Radfahrer auf der Zeppelinbrücke
Regierungsrätin Sabine Pegoraro und alt Regierungsrat Peter Beyeler
Peter Beyeler, Max Heller, Sibylle Lüthi und Andreas Blank an der Feier
Kraftwerk-Verwaltungsratspräsident Ernst Frey-Burkard bei seiner Ansprache
Die Ergolzbrücke, im Volk als Zeppelinbrücke bekannt
Durchfahrt über die Brücke für Autos und Lastwagen gesperrt
Blick über die Ergolzbrücke in Richtung Kaiseraugst
Auch Regierungsrätin Sabine Pegoraro aus dem Kanton Basel-Landschaft ist an der Übergabefeier dabei
Brücke mit Blickrichtung Augst

Kein Witz: Zeppelinbrücke über die Ergolz war lange Zeit ohne Besitzer

Jetzt sind die Besitzverhältnisse des im Volksmund Zeppelinbrücke genannten Bauwerks über der Ergolz geklärt. Zumal die Brücke zur Hälfte auf dem Gemeindegebiet von Kaiseraugst AG und Augst BL steht und somit auch als Grenzbrücke zwischen den Kantonen Aargau und Baselland bezeichnet werden kann.

Brückenbau zwischen 1908 und 1912

Mit der feierlichen Unterzeichnung der entsprechenden Akten und dem Durchschneiden eines auf der Brückenmitte gespannten Bandes durch Sibylle Lüthi, Gemeindeammann von Kaiseraugst, und dem Augster Gemeindepräsidenten Andreas Blank, konnte ein aussergewöhnliches Kapitel der Brückengeschichte geschlossen werden. Denn sicher war nur, dass die Brücke mit dem Bau des Kraftwerks in der Zeit zwischen 1908 und 1912 gebaut wurde und danach der Stadt Basel gehörte. Beim Heimfall des Kraftwerks im Jahr 1988 beziehungsweise im Rahmen der Neuvergabe der Konzession zum Betrieb des Kraftwerks, wurden die Besitzverhältnisse dieser Brücke nie abschliessend geklärt, sodass sie während langer Zeit effektiv als herrenlos galt.

Nach langen Verhandlungen wurde zwischen den Kantonen Aargau und Basel-Landschaft, den Gemeinden Kaiseraugst und Augst sowie der Kraftwerk Augst AG ein Vertrag geschlossen, welcher den Kostenverteiler der Brückensanierung sowie die Besitzverhältnisse nach Abschluss der Arbeiten regelt.

Ernst Frey-Burkard, Verwaltungsratspräsident der Kraftwerk Augst AG und ehemaliger Kaiseraugster Grossrat, erwähnte gestern Dienstag an der Übergabe der Brücke, dass diese als Schwerlastbrücke gebaut wurde, unter anderem für die Anlieferung von schweren Maschinenteilen für das Kraftwerk. Später war sie während Jahrzehnten Bestandteil der kantonalen, ja sogar eidgenössischen Schwerverkehrsroute. Inzwischen ist sie für den Autoverkehr gesperrt und dient nur noch den Radfahrern und Fussgängern. «Jahrelang galt diese Brücke als Eigentum des Kraftwerks Augst und so wurde auch der Unterhalt selbstredend durch die Kraftwerksleute bestritten. Inzwischen hat der Flussübergang die Bedeutung für das Kraftwerk komplett verloren», so der Kraftwerk-Verwaltungsratspräsident.

Basel erhob keinen Anspruch auf die Brücke

Vor über zehn Jahren wurde im Grundbuchamt festgestellt, dass die Brücke gar nicht dem Kraftwerk gehört. Basel erhob keinen Anspruch und bezeichnete die Kantone Aargau und Baselland als Eigentümer. So wurde nach Angaben von Ernst Frey-Burkard nach Verhandlungen zwischen den Kantonen und den Gemeinden beschlossen, die Brücke soll in den Besitz von Kaiseraugst und Augst übergehen: «Heute sind wir so weit, dass alle Beschlüsse gefasst, die Brücke total saniert und die Vereinbarung unterzeichnet ist – die Brücke kann von den beiden Gemeinden übernommen werden.» Vorher wurde das Bauwerk noch für 600 000 Franken saniert.

Für die Bevölkerung organisieren die Gemeinden Kaiseraugst und Augst diesen Samstag von 10 bis 15 Uhr ein Brückenfest.

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