Für ihre Forderungen ist Nancy Holten aus Gipf-Oberfrick im Kanton Aargau berühmt geworden: Abschaffung des morgendlichen Kirchengeläuts oder der Kuhglocken, keine Tiere im Zirkus und ihr Einsatz für vegane Ernährung. 

Der Holtensche Forderungs-Strauss könnte bunter nicht sein. Sie sorge für Schlagzeilen bis über die Landesgrenzen hinaus.

«Ich bin hier aufgewachsen, meine Kinder sind Schweizer. Ich bin vor dreissig Jahren in die Schweiz gekommen», begründet Nancy Holten ihr Einbürgerungsgesuch bei der Gemeinde. «Ich bin Schweizerin - alles andere wäre verkehrt.»

Siegessichere Worte - trotzdem ist sie auf dem Weg zur Gemeindeversammlung nervös. 

Denn ihre Forderungen sind nicht bei jedem auf Gegenliebe gestossen. Nancy Holten hat sich selber einige Feinde geschaffen.

Nach hitzigen Diskussionen in der Gemeindeversammlung steht fest: Nancy Holten bekommt den roten Pass nicht - obwohl der Gemeinderat sich positiv zur Einbürgerung ausgesprochen hat. 

Regine Leutwyler, Gemeindeammännin in Gipf-Oberfrick zum Entscheid: «Sie war in den Medien sehr präsent. Das hat vielen Einwohnern nicht gefallen.» Von den 206 anwesenden Stimmberechtigten haben denn auch 144 gegen die Einbürgerung von Nancy Holten gestimmt.

Diese ist sichtlich enttäuscht: «Hätte ich den Antrag vor zwei Jahren gestellt, wäre ich sicher eingebürgert worden.»

Und vielleicht auch etwas einsichtiger nach dem Volksentscheid: «Ich will mich selber bleiben - vielleicht nicht so radikal, vielleicht etwas friedlicher.» Trotzdem will sie weiterhin frei ihre Meinung äussern - im Land der Demokratie.