An vorderster Front kämpft der Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) gegen die Schaffung von Überkapazitäten bei den Pflegebetten. Noch 2012 habe der Kanton für die Versorgungsregion Fricktal verlangt, dass für die über 80-Jährigen ein Pflegbettenanteil von 23,2 Prozent garantiert werden müsse.

Bereits damals bemängelte der VAOF, dass dieser Anteil überrissen sei, berichtete VAOF-Geschäftsführer André Rotzetter an der Vereinsversammlung. «Nachbarbezirke, die auf der Grundlage des Kantons neue Kapazitäten geschaffen haben, leiden heute teils unter einem massiven Überangebot», so Rotzetter. Der VAOF fordert deshalb eine Senkung der Richtquote auf 16,2 Prozent der über 80-Jährigen.

Augenmerk auf Ausbau

Der Neubau eines Alterszentrums in Stein rückt damit in weite Ferne. Gemäss Rotzetter könnte dies frühestens ab 2025 der Fall sein. Der VAOF-Geschäftsführer gab zudem zu bedenken, dass man bei einem Neubau mit einem Aufwand von 400 000 Franken pro Bett rechnen müsse.

Im Vergleich dazu kostet jedes zusätzliche Bett im soeben fertiggestellten Erweiterungsbau in der «Klostermatte» lediglich 240 000 Franken. Es gelte deshalb, das Augenmerk auf den Ausbau von bestehenden Häusern zu richten, so Rotzetter.

Interesse an neuen Wohnungen

Erfreuliches berichtete Präsident Bernhard Horlacher vom Laufenburger Projekt Altersbetreutes Wohnen, an dem der VAOF mit einem Drittel beteiligt ist. Bis Herbst 2017 sollten die Wohnungen bezogen werden können. «Obwohl keinerlei Werbung gemacht wurde, haben sich bereits 33 Personen auf die Warteliste für die insgesamt 39 Wohnungen setzen lassen», ergänzte Horlacher.

Sämtliche Wohnungen werden mit dem HiSi (Hilferuf und Sicherheitscheck) ausgerüstet, das vom VAOF entwickelt wurde. Die stellvertretende Geschäftsführerin Sabine Gallert berichtete vom erfolgreichen Einsatz dieser Einrichtung, die in naher Zukunft im ganzen Fricktal angeboten werden soll.

Zum Abschluss der Versammlung gab es dann noch eine Überraschung: Präsident Horlacher gab den sofortigen Rücktritt aus dem Vorstand von Thomas Argast bekannt und verabschiedete diesen auch sogleich. Argast, Stadtrat in Laufenburg und 2014 in den Vorstand gewählt, begründete diesen Schritt mit Arbeitsüberlastung.

Keine hohen Wellen warfen die statutarischen Traktanden. Der Jahresbericht wurde ebenso diskussionslos genehmigt wie die Rechnung 2015. Letztere schliesst bei einem Aufwand von rund 16 Millionen Franken mit einem Minus von 35 000 Franken ab.