Stein

Kein Bock auf Paintball, Gokart und Co.: Die Jungbürgerfeier stirbt aus

Die Jungbürger aus Eiken, Münchwilen und ein letztes Mal auch aus Stein an der Jungbürgerfeier: Dieses Jahr ging es auf die Gokart-Bahn. Susanne Trauernicht

Die Jungbürger aus Eiken, Münchwilen und ein letztes Mal auch aus Stein an der Jungbürgerfeier: Dieses Jahr ging es auf die Gokart-Bahn. Susanne Trauernicht

Mit Stein schafft nun eine weitere Gemeinde die Feier für ihre volljährigen Bürger ab. In den vergangenen Jahren ist die Teilnehmerzahl drastisch zurückgegangen: 2014 nahmen 3 von 16 Jugendlichen teil, 2015 ein Sechstel der Geladenen und 2016 nur noch ein Neuntel.

Dem St. Jakobpark einen Besuch abstatten, Paintball spielen oder Gokart fahren. Nichts konnte die 18-Jährigen aus Stein dazu motivieren, an der Jungbürgerfeier teilzunehmen. «Wir reagieren auf diese Entwicklung und schaffen die Jungbürgerfeier ab. Der jeweilige Jahrgang wird ab 2017 zum Neuzuzüger-Apéro eingeladen, uns ist es wichtig, die Jugendlichen weiterhin mit ins Boot zu holen», sagt Sascha Roth, Gemeindeschreiber in Stein.

In den vergangenen Jahren ist die Teilnehmerzahl drastisch zurückgegangen: 2014 nahmen 3 von 16 Jugendlichen teil, 2015 ein Sechstel der Geladenen und 2016 nur noch ein Neuntel. «Diese Zahlen trügen nicht, wir mussten handeln.»

Zusammenarbeit oder Abschaffung

Das sind harte Zahlen für eine grosse Gemeinde wie Stein. Deshalb hat sich Stein in den vergangenen Jahren für die Jungbürgerfeier mit den Sisslerfeld-Gemeinden zusammen getan. Sisseln hat die Jungbürgerfeier aber bereits vor einem Jahr abgeschafft und bietet jetzt einen Jugendtreff an mit dem Hintergedanken, dass eine Jungbürgerfeier irgendwann wieder zum Bedürfnis wird.

Münchwilen und Eiken sind momentan noch im Rennen, es ist jedoch unklar, wie es für die beiden übrig gebliebenen Gemeinden weiter geht. «Dass Stein bei unserem Zusammenschluss nicht mehr mitwirkt, ist überraschend, wir müssen die neue Situation im Gemeinderat diskutieren», so Renate Bitter, Gemeindeammann von Eiken.

Eiken habe aus Solidarität nicht an einen Austritt gedacht, weil die Gemeinde 2017 mit der Organisation der Feier an der Reihe sei. Auch der Münchwiler Gemeinderat wolle die Situation gründlich diskutieren, sagt Markus Fricker, Gemeindeschreiber von Münchwilen. «Wir müssen uns sicher mit Eiken zusammensetzen und zusammen weiter planen», so Fricker.

Wieso die Jugendlichen kein Interesse mehr am Anlass haben, erklärt sich der Gemeindeschreiber aus Stein so: «Das Freizeitangebot ist heutzutage riesig. Eine Gokart-Fahrt hat nicht mehr die erwünschte Wirkung auf die Jungen und diesen Fakt müssen wir akzeptieren. Deshalb auch unser Entschluss, die Feier abzuschaffen.»

Dieser Entschluss sei definitiv und werde sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Stein würde jedoch auf eine eventuelle Initiative der Jungen reagieren und auch im Auge behalten, ob sich die Lage der Jungbürgerfeier im Fricktal verbessert.

Möhlin hat schon seit mehreren Jahren keine Jungbürgerfeier mehr auf dem Jahresprogramm und auch in Wölflinswil musste die Feier 2016 abgesagt werden, weil es an Teilnehmern mangelte. Möhlin hat auf die Abschaffung keine Rückmeldungen erhalten.

«Das bestärkt uns in unserem Entschluss, wir sehen, dass tatsächlich kein Bedarf vonseiten der Jugendlichen da ist. Dementsprechend werden wir auch keine Alternative anbieten», sagt Dieter Vossen, der Gemeindeschreiber von Möhlin. Wölflinswil wird die Feier voraussichtlich weiterhin anbieten. Bei zu wenigen Anmeldungen werden die Jungbürger zusammen mit dem nächsten Jahrgang noch einmal eingeladen.

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