Rheinfelden
Kaufstadt Rheinfelden arbeitet hart an neuem Profil

Die Vereinigung Kaufstadt ringt um Neuorientierung. Das nahm der Vorstand aus einer Infoveranstaltung am Dienstagabend mit. Ziel ist, eine Interessengemeinschaft zu werden. Der Abschied vom reinen Marketingclub ist eindeutig.

Hans Christof Wagner
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Präsident Marco Veronesi (rechts) referiert an der Mitgliederversammlung der Kaufstadt. hcw

Präsident Marco Veronesi (rechts) referiert an der Mitgliederversammlung der Kaufstadt. hcw

Noch ging es in der Veranstaltung, besucht von nahezu sämtlichen Mitgliedern, nicht darum, über den neuen Vereinsnamen (Rheinfelden Pro Altstadt steht im Raum) abzustimmen. Der Vorstand wollte den Mitgliedern lediglich den Weg der Neuausrichtung aufzeigen, den er im Frühjahr 2012 eingeschlagen hat.

Seither hat er sich in Workshops mit Hilfe eines externen Beraters, Moritz Salathé, grundlegend neue Gedanken über die Zukunft gemacht. Präsident Marco Veronesi stellte die Überlegungen vor. Bislang gleiche Kaufstadt Rheinfelden einer auf den Kopf gestellten Pyramide. Jetzt gelte es, diese zurück auf eine breite Basis zu stellen. «Wir wollen keine Marketingorganisation mehr sein, sondern rasch eine Interessengemeinschaft werden», unterstrich der Präsident.

Und das nicht nur allein für Unternehmer und Detaillisten, sondern auch für die Immobilienbesitzer innerhalb des «Wirtschafts- und Wohnraumes Rheinfelden Altstadt». Veronesi reklamierte mehr Mitspracherechte: «Wir sind politisch und kulturell wichtig und ein Teil dieser Stadt», betonte er. Der neue Name habe nur positive Aspekte.

Christoph Balmer und Lorenz Klopfstein aus Burgdorf im Kanton Bern berichteten in der Versammlung von ihren Bemühungen, der Stadt im Emmental zu grösserer Attraktivität zu verhelfen. Balmer, hauptamtlicher Geschäftsführer des 109 Mitglieder zählenden Vereins Pro Burgdorf, sprach von «konsequenter Kundenorientierung» und von der «Konzentration der Kräfte». In Burgdorf (15 000 Einwohner) sei der Prozess der wirtschaftlichen Neuausrichtung 2009 eingeschlagen worden und dauere noch bis 2016 an. Habe man zu Beginn der Tätigkeiten 20 Leerstände in der Stadt verzeichnet, sei deren Zahl bis heute auf zehn gesunken. «Entscheidend ist die Existenz von Frequenzbringern», sagte der Experte aus Burgdorf, wo zur Belebung der Stadt der Umbau des Zähringerschlosses zur einer Jugendherberge geplant ist.

Frequenzbringer könnten aber auch die Ateliers von Kunsthandwerkern sein. Die Gäste aus dem Emmental bescheinigten Rheinfelden insgesamt grosses Potenzial. Insbesondere die Altstadt habe viel Flair für das Publikum zu bieten.

In der Diskussion gingen die meisten Fragen an die Gäste aus Burgdorf. Ein Mitglied äusserte aber auch Kritik am neuen Kurs: «Ich habe heute Abend nichts Neues gehört. Der neue Name ist für mich ein Rückschritt in die 50er Jahre», sagte der Mann. Komme es zur Abstimmung, werde er mit Nein stimmen. Abgestimmt über den neuen Vereinsnamen wird aber erst an der kommenden Generalversammlung am 14. März 2013.