Unkraut im Garten wird von vielen Hausbesitzern als störend empfunden. Also wird den unerwünschten Pflanzen mit entsprechenden Mitteln der Garaus gemacht. So geschehen auch vor einigen Tagen in einem Kaister Garten. «Bewaffnet» mit Sprühpistolen, auf dem Rücken die Flaschen mit dem Unkrautvertilgungsmittel machten sich zwei Männer auf gegen Plage von Löwenzahn, Winden und Co.

Fremdes Territorium

Mit weit ausholenden Bewegungen wurde gesprüht, auch bei den Stellriemen entlang der Quartierstrasse. In den Rabatten hielten sich während der Sprühaktion zwei Katzen auf. Eigentlich hätten sie hier nichts zu suchen, handelt es sich doch um fremdes Territorium. Kein Halten gab es für die beiden Samtpfoten, als sie unbeabsichtigt in den Sprühnebel gerieten.

Das Flüchten wurde von der Katzenhalterin zufällig beobachtet. «Gut so», dachte sie sich. Weniger gut war, dass sich die beiden Tiere einige Stunden später erbrachen und Durchfall bekamen. Weil keine Besserung eintrat, war ein Tierarztbesuch unausweichlich. Höchste Zeit, hiess es dort, denn vor allem um die ältere der beiden Katzen stand es nicht gut.

Sie musste stationär in der Tierarztklinik aufgenommen werden. Ob sie überlebt, war zu Beginn der Behandlung noch offen. Das jüngere Tier konnte daheim von den Besitzern mittels Medikamenten aufgepäppelt werden. Mit allergrösster Wahrscheinlichkeit haben sich die beiden Katzen bei ihrer Pirsch durch den fremden Garten eine Vergiftung zugezogen. Mittlerweile geht es der 13-jährigen Kätzin und ihrem 12-jährigen Sohn wieder besser.

Was sind Herbizide?

Produkte, welche unerwünschte Pflanzen vernichten oder auf deren Wachstum Einfluss nehmen, werden als Herbizide bezeichnet. Die az Aargauer Zeitung wollte vom Kanton – zuständig ist das Departement Gesundheit und Soziales, Amt für Verbraucherschutz, wissen, was beim Einsatz von Unkrautvertilgungsmitteln zu beachten ist. Grundsätzlich gilt, bevor ein Herbizidprodukt in der Schweiz überhaupt verkauft werden darf, muss es vom Bundesamt für Landwirtschaft zugelassen sein. Als mässig wird von der Fachstelle die akute Toxizität von Herbiziden bezeichnet. 2008 wurden fünf, 2009 neun Fälle gemeldet.

Schädlingsbekämpfungsprodukte

Die Gefährdung von Tieren passiere in der Regel nicht durch Herbizide, sondern durch Schädlingsbekämpfungsprodukte (z.B. Insektizide, Schneckenkörner). Hingegen muss bei Herbiziden die Umweltgefährdung als beträchtlich beurteilt werden. Sie müssen daher auch mit einem entsprechenden Gefahrensymbol gekennzeichnet werden. Klar geregelt wird, wo für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln inklusive Herbiziden auf öffentlichem Grund Verbote und Einschränkungen bestehen.

Privatpersonen, welche Herbizidprodukte im eigenen Garten ausbringen möchten, ist der Einsatz zugelassener Produkte, welche im Detailhandel erhältlich sind, erlaubt. Betriebe und Personen, die gewerblich Pflanzenschutzmittel (Herbizidprodukte) verwenden, müssen eine entsprechende Fachbewilligung besitzen oder über einen vom Bundesamt für Umwelt anerkannten Ausbildungsabschluss verfügen.