Schupfart
Katze «Wuschel» im Garten erschossen: 600 Franken Busse für Jäger

Der Strafbefehl gegen den Jäger, der im Oktober eine Katze erschoss, liegt vor. Neben einer bedingten Geldstrafe muss er auch eine Busse bezahlen. Allerdings ist der Strafbefehl noch nicht rechtskräftig: Es läuft noch die Einsprachefrist.

Nadine Böni
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«Wuschel» wird nie mehr auf dem Sofa schlafen: Ein Jäger hielt die Katze für einen Fuchs und erschoss sie, während sie sich nur wenige Meter vom Haus entfernt beim Zaunpfosten sonnte.

«Wuschel» wird nie mehr auf dem Sofa schlafen: Ein Jäger hielt die Katze für einen Fuchs und erschoss sie, während sie sich nur wenige Meter vom Haus entfernt beim Zaunpfosten sonnte.

ho

Die Nachricht hat im Oktober mehr als ein ganzes Dorf schockiert: In Schupfart erschoss ein Jäger die Katze «Wuschel», als sie sich sonnte – im Garten des Einfamilienhauses der Besitzerfamilie.

Der Jäger hatte die rötliche Katze für einen im Quartier gesuchten Fuchs gehalten und abgedrückt. «Ich begreife selber nicht, wie mir ein solcher Fehler unterlaufen konnte», sagte der Jäger damals gegenüber der az, und: «Ich stehe zu meinem Fehler und es tut mir unendlich leid.» Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren.

Recherchen der az zeigen nun, dass mittlerweile der Strafbefehl gegen den Jäger vorliegt. Die Staatsanwaltschaft hat den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von 600 Franken verurteilt.

Sie wirft ihm zweierlei vor: Einerseits, dass er fahrlässig die Würde eines Tiers missachtet und ihm Schaden zugefügt hat (fahrlässige Tierquälerei). Andererseits, dass er nicht berechtigt ein Haustier ausserhalb des Waldes abgeschossen hat (Widerhandlung gegen das Jagdgesetz).

Strafbefehl noch nicht rechtskräftig

Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, bestätigt das Vorliegen eines Strafbefehls, betont allerdings: «Der Strafbefehl ist nicht rechtskräftig. Es läuft die Einsprachefrist.» Der Schupfarter Jäger hat noch bis Mitte Dezember Zeit, Einsprache einzureichen. Ob er dies tun wird, ist unklar. Der Jäger wollte gestern zum Fall keine Stellung nehmen.

Klar ist hingegen, was geschieht, wenn er den Strafbefehl akzeptiert. Dieser wird auch der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton zugestellt. Und diese wiederum entscheidet, ob dem Jäger neben der Busse und der bedingten Geldstrafe auch weitere Konsequenzen drohen.

Jagdpatent kann entzogen werden

Gemäss Aargauer Jagdgesetz kann der Kanton dem Beschuldigten nämlich das Jagdpatent entziehen. Dort heisst es: Von der Jagd im Kanton kann ausgeschlossen werden, wer wegen Widerhandlung gegen das Jagdrecht bestraft worden ist.

«Der Entscheid muss rechtskräftig sein. Dann werden wir anhand der Begründung der Staatsanwaltschaft beurteilen, ob das Jagdpatent entzogen wird», sagt Thomas Stucki, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei.

In Schupfart dürfte der Beschuldigte ohnehin nicht mehr jagen – egal, ob er den Strafbefehl anfechtet oder wie der Kanton entscheidet. Der Jäger gehört der örtlichen Jagdgesellschaft seit einigen Tagen nicht mehr an. Das sagt deren Präsident, Max Zumstein.

Er habe «nach wie vor keinerlei Verständnis» für das, was vorgefallen sei, sagt Zumstein weiter. «So etwas darf einfach nicht passieren.»