«Diesem Jäger muss man die Flinte wegnehmen»: Schliengers verstehen die Welt nicht mehr. (Oktober 2015)

«Diesem Jäger muss man die Flinte wegnehmen»: Schliengers verstehen die Welt nicht mehr.

Im eigenen Garten erschossen

Oktober 2015: Im eigenen Garten erschossen

Recherchen der az zeigen nun, dass mittlerweile der Strafbefehl gegen den Jäger vorliegt. Die Staatsanwaltschaft hat den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von 600 Franken verurteilt.

Sie wirft ihm zweierlei vor: Einerseits, dass er fahrlässig die Würde eines Tiers missachtet und ihm Schaden zugefügt hat (fahrlässige Tierquälerei). Andererseits, dass er nicht berechtigt ein Haustier ausserhalb des Waldes abgeschossen hat (Widerhandlung gegen das Jagdgesetz).

«Ich war überzeugt, das ist dieser kranke Fuchs – doch nachdem ich abgedrückt hatte, wurde mir fast schlecht»: Jäger Werner Erni tut es leid, dass Wuschel sterben musste.

Oktober 2015: «Ich war überzeugt, das ist dieser kranke Fuchs – doch nachdem ich abgedrückt hatte, wurde mir fast schlecht»: Jäger Werner Erni tut es leid, dass Wuschel sterben musste.

Strafbefehl noch nicht rechtskräftig

Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, bestätigt das Vorliegen eines Strafbefehls, betont allerdings: «Der Strafbefehl ist nicht rechtskräftig. Es läuft die Einsprachefrist.» Der Schupfarter Jäger hat noch bis Mitte Dezember Zeit, Einsprache einzureichen. Ob er dies tun wird, ist unklar. Der Jäger wollte gestern zum Fall keine Stellung nehmen.

Klar ist hingegen, was geschieht, wenn er den Strafbefehl akzeptiert. Dieser wird auch der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton zugestellt. Und diese wiederum entscheidet, ob dem Jäger neben der Busse und der bedingten Geldstrafe auch weitere Konsequenzen drohen.

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Jagdpatent kann entzogen werden

Gemäss Aargauer Jagdgesetz kann der Kanton dem Beschuldigten nämlich das Jagdpatent entziehen. Dort heisst es: Von der Jagd im Kanton kann ausgeschlossen werden, wer wegen Widerhandlung gegen das Jagdrecht bestraft worden ist.

«Der Entscheid muss rechtskräftig sein. Dann werden wir anhand der Begründung der Staatsanwaltschaft beurteilen, ob das Jagdpatent entzogen wird», sagt Thomas Stucki, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei.

In Schupfart dürfte der Beschuldigte ohnehin nicht mehr jagen – egal, ob er den Strafbefehl anfechtet oder wie der Kanton entscheidet. Der Jäger gehört der örtlichen Jagdgesellschaft seit einigen Tagen nicht mehr an. Das sagt deren Präsident, Max Zumstein.

Er habe «nach wie vor keinerlei Verständnis» für das, was vorgefallen sei, sagt Zumstein weiter. «So etwas darf einfach nicht passieren.»