Gipf-Oberfrick
Kaspar Lüscher erzählte Geschichten aus dem «Chriesiland»

In Gipf-Oberfrick fand die Geschichtenwanderung mit Kaspar Lüscher statt. Unterstützt wurde Lüscher durch Nina Eleta, die die Geschichten mit ihrem Geigenspiel untermalte.

Annemarie Schläpfer
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Unter Fricktaler Kirschbäumen liess Kaspar Lüscher Vergangenes wiederaufleben, unterstrichen durch Nina Eletas Geigenklänge. SAG

Unter Fricktaler Kirschbäumen liess Kaspar Lüscher Vergangenes wiederaufleben, unterstrichen durch Nina Eletas Geigenklänge. SAG

Auch dieses Jahr hat sich Kirchenpflegerin Irene Speiser, die das Ressort «Freiwilligenarbeit» der Reformierten Kirchgemeinde Frick betreut, wiederum etwas Besonderes ausgedacht: Als Dank an die freiwillig Mitarbeitenden verband sie eine Wanderung entlang des «Chriesiwegs» mit einem daran anschliessenden feinen Nachtessen.

Spätnachmittag am Tag nach der Sonnenwende: Dramatische Gewitterwolken türmten sich am Himmel über dem Gemeindehaus von Gipf-Oberfrick.

Davor die wartende Schar aus Frick und dann: Pünktlich erschien er, Kaspar Lüscher, der «Homer von Gipf-Oberfrick», weissgewandet und mit Strohhut, zusammen mit seiner «Muse», der Violinistin Nina Eleta.

Humorvoll seine Begrüssung: «Schorniggeli» sei sein Pfadi-Taufname gewesen, verkündete er lautstark. Was dieser Begriff bedeutet, mussten sich die weiter östlich Aufgewachsenen später angesichts der immer noch unreifen Früchte an den Kirschbäumen erklären lassen.

Eine erste Geschichte

Bei den letzten Häusern am Lauristich eine erste Geschichte: Die vom beliebten Oberfricker Pfarrer, der sich einmal auf der gegenüberliegenden Talseite verirrt hatte und dank einiger saftiger Kirschen vor dem Verdursten gerettet worden war.

Die Geschichte beim nächsten Halt handelte von Othmar, einem anderen Dorfbewohner und dessen unguter Erinnerung ans Kirschenpflücken in früheren Zeiten auf den Hochstammbäumen. Der Alte sänge heute ein Loblied auf die bequemen, geschützten Anlagen.

Auf witzige Weise verband Kaspar Lüscher an verschiedenen Standorten in seinen Geschichten Aktuelles mit Vergangenem, liess alte Dorforiginale fantasievoll aufleben, ging zurück in die Antike und erzählte, dass der römische Feldherr Lucullus, ein grosser Feinschmecker, die «cerasi» aus der Türkei nach Rom gebracht habe.

Nina Eleta unterstrich das Erzählte mit feinen Geigenimprovisationen und ihre Klänge wetteiferten mit dem Vogelgezwitscher, mussten aber zuweilen auch kapitulieren vor dem Gebrumme von Sportflugzeugen aus dem nahen Schupfart.

Kurz bevor die Wanderung nach Frick hinunter führte, gab’s unter Kirschbäumen einen Apéro mit Fricktaler «Chriesisaft» und Speckzopf und anschliessend zog die muntere Schar weiter zum Kirchgemeindehaus, wo die gesamte Familie Speiser mit einem lukullischen Nachtessen aufwartete.