Es ist eine geballte blaue Kraft, die sich hier präsentiert: 31 Mitarbeitende der beiden Polizeikorps – der Kantonspolizei und der Polizei Oberes Fricktal – sassen und standen kürzlich auf dem Platz beim Gemeindehaus für das Gruppenbild zusammen. Der Hintergrund des fotografischen Stelldicheins: Die beiden Korps hatten soeben ihr neues Domizil im ehemaligen und inzwischen renovierten Gemeindehaus bezogen.

Eigentlich waren es ja drei Korps, die hier, ordentlich krawattiert, zusammentraten. Denn inzwischen sind die beiden Korps der Kantonspolizei, jenes von Laufenburg und jenes von Frick, zusammengeführt. Sie stellen auf dem Bild gut die Hälfte der Mannschaft dar.

Der Umzug nach Frick sei erfolgt, bestätigt Samuel Helbling, Leiter Kommunikationsdienst im Departement Volkswirtschaft und Inneres. «Sämtliche Polizisten des Standorts Laufenburg arbeiten nun auf dem Stützpunkt Frick.» Er betont: «Im Zusammenhang mit der Postenzusammenlegung gab es keine personellen Anpassungen und es ist auch kein Stellenabbau geplant.» Insgesamt arbeiten 13 Kantonspolizisten in Frick, 7 davon waren vorher in Laufenburg stationiert.

Der neue Standort und die neuen Räumlichkeiten seien von den Mitarbeitenden «sehr gut aufgenommen worden», sagt Helbling. «Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.» Auch das Zusammengehen der beiden Teams verlief problemlos. Das liegt auch daran, dass die Kapo-Mitarbeitenden aus Laufenburg bereits im letzten Jahr Einsätze in Frick leisteten. «Die Integration verlief problemlos», blickt Helbling zurück.

Die Zusammenlegung der beiden Kapo-Posten hat einen politischen Hintergrund: Im letzten Sommer entschied der Regierungsrat, sieben kleinere Polizeiposten, darunter eben jenen in Laufenburg, zu schliessen. Mit der Konzentration auf neun Stützpunkte sollte «die Handlungsfreiheit der Polizei für die proaktive Verhinderung und für die Aufklärung von Straftaten» erhöht werden, wie es damals hiess. Das Ziel, dass spätestens 15 Minuten nach einem Notruf eine Polizeipatrouille vor Ort ist, sollte künftig dank einer erhöhten mobilen Präsenz erreicht werden.

An diesen Prämissen hat sich seither nichts geändert. Ganz ähnlich tönt denn auch die Antwort von Helbling auf die Frage, was denn der Benefit der Korps-Zusammenlegung sei. «Der gemeinsame Standort führt zu einer Konzentration der Kräfte und einem Ressourcengewinn zugunsten der Patrouillentätigkeit sowie einer erhöhten uniformierten Präsenz.»

Auch Gefängnis ist weg

Dass die Sicherheit oder das Sicherheitsgefühl unter der Zusammenlegung leidet, glaubt Helbling nicht. Im Gegenteil: «Durch die erhöhte uniformierte Präsenz und Sichtbarkeit in den Wohngebieten versprechen wir uns eine Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung, raschere Interventionszeiten und eine noch bessere Abdeckung.»

Mit dem Auszug der Kantonspolizei hat der «Rote Löwe» in Laufenburg innert weniger Monate seinen zweiten Ankermieter verloren: Bereits im letzten Juli hat der Kanton das Bezirksgefängnis, das ebenfalls dort eingemietet war, dichtgemacht. Das Gefängnis mit seinen 13 Haftplätzen genügte den Anforderungen an einen modernen Strafvollzug nicht mehr. Es ist nicht das einzige: In den letzten Jahren wurden insgesamt sieben kleine Gefängnisse geschlossen.

Nicht mehr zeitgemäss war unter anderem der tägliche Freigang: «Mangels gesichertem Spazierhof innerhalb des Gefängnisses musste der täglich mehrmals stattfindende Spaziergang mit den Gefangenen ausserhalb des Gefängnisses und mit Unterstützung einer externen Sicherheitsfirma vollzogen werden», sagt Helbling.

Das nutzte ein Häftling im August 2012; er entledigte sich kurzerhand der Handschellen und machte sich aus dem Staub. Aber auch die vorhandenen Räumlichkeiten «setzten den Sicherheitsstandards notgedrungen Grenzen», so Helbling. Deshalb wurden in Laufenburg nur Gefangene eingewiesen, die nicht als gefährlich galten und deren Fluchtgefahr gering war.

Mit dem doppelten Auszug steht nun ein beachtlicher Teil des «Roten Löwen» leer. Nicht allzu lange, wenn es nach den Plänen der Eigentümer geht. Sie wollen die freien Räume zu «kleineren Wohnungen» umnutzen (siehe Box oben).

In Zeiten, da jede Überbauung offenbar einen sinnigen Namen haben muss, wo Bachperlen, Kastanienalleen und Kirschblüten-Blicke Wohngenuss pur zumindest versprechen, bietet sich für diese neuen Wohnungen in historischem Kontext ein Name doch förmlich an: «Zur Zelle».