Kanton stellt neue Messstelle vor

Zeininger Gmeind bewilligt über zwei Millionen für Juchgasse ­– vorab gab es Informationen rund um den Möhlinbach.

Uwe Melzer
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Die Messstelle liefert Daten zu Verunreinigungen und zum Abfluss des Möhlinbachs.

Die Messstelle liefert Daten zu Verunreinigungen und zum Abfluss des Möhlinbachs.

Bild: zvg

Eine halbe Stunde früher als gewohnt begann am Mittwochabend die Gemeindeversammlung in Zeiningen. Vertreter des Kantons informierten die Stimmberechtigten – 124 von 1624 waren anwesend – vorab über das Hochwasserschutz­projekt und die Messstation im Mitteldorf.

Silvan Kaufmann, Projektleiter Wasserbau bei der Abteilung Landschaft und Gewässer des Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), machte den Anfang. «Es sind zwei Hochwasserrückhaltebecken gebaut worden, die 2016 fertiggestellt wurden und funktionieren. Im ganzen Möhlintal sind wir dieses Jahr daran, partielle Massnahmen zum Hochwasserschutz und für die Durchgängigkeit umzusetzen. Teil des Projekts sind vier Blockrampen. Dadurch kann der Fisch von oben nach unten und von unten nach oben kommen. Die Messstelle in Zeiningen musste für den Hochwasserschutz, die Längsvernetzung und aufgrund von Modernisierungen neu aufgebaut werden und ist die Grundlage für einen guten Hochwasserschutz», so Kaufmann.

Serafin Bieder, Projektleiter Hydrometrie bei der Abteilung Landschaft und Gewässer des BVU, erläuterte in seinem Vortrag, was denn eigentlich mit der Messstelle gemessen wird. «Gemessen wird der Pegel und die Wassertemperatur. Eichmessungen werden vorgenommen, um damit eine Pegelstand-Abfluss-Beziehung zu erstellen, womit der Abfluss berechnet werden kann», so Bieder.

Martin Märki, Fachbereichsleiter Umweltlabor bei der Abteilung Umwelt des BVU, freut sich über die neue Messstelle, mit der nun auch Mikroverunreinigungen wie beispielsweise Rückstände von Pestiziden, Medikamenten und Industriechemikalien gemessen werden können und attestiert dem Möhlinbach eine gute chemische Wasserqualität.

Der Strassenbelag und die Werkleitungen in der Juchgasse sind in die Jahre gekommen. Eine Sanierung ist dringend erforderlich. Es verwundert daher nicht, dass der grösste Investitionsposten der Kredit über 2,257 Millionen Franken für die Sanierung der Juchgasse. Der Antrag für den Kredit wurde mit grossem Mehr angenommen.

Unter Punkt 4 auf der Traktandenliste wurde darüber abgestimmt, das Reglement über die Finanzierung von Erschliessungsanlagen mit herabgesetzten Grundeigentümerbeiträgen zu überarbeiten. Die Abwasserbeseitigung weist ein Guthaben von rund 5,6 Millionen Franken aus, das Wasserwerk hat ein Defizit von rund 630000 Franken erwirtschaftet. Die Verbrauchsgebühr soll für den Wasserbezug per 1.Januar 2020 um 0.50 Franken auf 2.20 Franken pro Kubik erhöht, im Gegenzug jedoch die Gebühr des Abwassers um 0.50 auf 1.65 Franken pro Kubik gesenkt werden. Mit 65 Ja- zu 34 Nein-Stimmen und 18 Enthaltungen wurde der Antrag angenommen.

Zusatzantrag zur Pro-Kopf-Verschuldung

Auch die Kreditabrechnungen über den einmaligen Beitrag der Spezialfinanzierung für die Abwasserbeseitigung im Hochwasserschutz, die Verlegung der Wasserleitung Grieshaldenweg/Obere Rebgasse/Jeukenweg und die Erneuerung der Trafostation TS Winkel und Juchgasse wurden mit grossem Mehr genehmigt. Das Budget 2020 wurde mit einem unveränderten Steuerfuss von 112 Prozent gutgeheissen.

Unter Traktandum 7 «Diverses» wurde der Antrag gestellt, dass die Nettoverschuldung pro Kopf eine Höhe 2500 Franken nicht überschritten darf. Dieser Antrag wurde mit 22 Ja- zu 87 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen abgelehnt.