Beachvolleyballerin Fabienne Geiger kann noch gar nicht richtig glauben, was ihr da gelungen ist. Gemeinsam mit Partnerin Sarina Schafflützel gewann sie am Montagnachmittag das Swiss-Tour-Turnier in Basel – also einen Titel auf höchster Schweizer Beachvolleyball-Ebene.

Es ist der erste Titel dieser Kategorie in Geigers Karriere, kein Wunder also ist die Freude auch am Tag danach noch riesig. „Wir glaubten daran, dass wir es in den Halbfinal schaffen können. Aber der Finaleinzug und der Titel waren ein Traum. Und der ist jetzt Realität geworden“, sagt die Kaisterin.

Nur zwei gemeinsame Trainings

Speziell ist der Sieg auch aus zwei Gründen. Einerseits ist die Swiss-Tour in Basel quasi ihr Heimturnier, spielt sie doch seit Jahren in der Region Hallenvolleyball. Entsprechend war die Familie da und auch viele Freunde und Bekannte unterstützten Geiger. Andererseits spielte die 24-Jährige mit einer Partnerin zusammen, mit der sie vor dem Turnier gerade einmal zwei gemeinsame Trainings absolvierte.

Ihre eigentliche Partnerin Anja Licka musste berufsbedingt passen, also trat sie mit Sarina Schafflützel an. „Wir kannten uns von verschiedenen Turnieren und verstanden uns super“, sagt Geiger. Sie hätten beide versucht, flexibel zu sein und die Spiele locker anzugehen. „Das hat toll funktioniert und jeder Sieg hat uns geholfen. So hat sich eine richtige Dynamik entwickelt“, sagt Geiger.

Die Hitze war eine Herausforderung

Sogar die Hitze auf dem Barfüsserplatz konnte den beiden Beachvolleyballerinnen auf ihrem Weg in den Final nur wenig anhaben. „In der Schweiz ist es ja selten so heiss, deshalb war das für alle Teilnehmenden eine Herausforderung“, sagt Fabienne Geiger. „Während den Ballwechseln aber waren wir so fokussiert, dass wir von der Hitze gar nichts merkten.“

Ein kleiner Hänger kam dann erst im zweiten Satz des Finals. „Wir spielten plötzlich schlecht und waren in einem Loch“, sagt Geiger. Nachdem sie den ersten Satz gegen die favorisierten Tatjana Greber und Kim Huber noch gewonnen hatten, ging der zweite Satz verloren. Wie schon im Halbfinal musste der dritte Satz entscheiden. „Wir wussten, wie stark unsere Gegner sind und dass es knapp werden würde, wenn wir gewinnen wollten“, sagt Geiger.

Den Glauben zwischenzeitlich verloren

Dass es aber so knapp werden würde, damit hatten Geiger/Schafflützel dann aber nicht gerechnet. Im dritten Satz nämlich stand es plötzlich 10:14 – vier Matchbälle für ihre Gegner. „Ganz ehrlich: In diesem Moment glaubte ich nicht mehr an die Wende“, sagt Geiger mit einem Lachen. Aber sie weiss auch um eine alte Weisheit aus der Ballsport-Welt: „Der letzte Punkt ist manchmal der schwierigste.“

Und so holten Geiger und ihre Partnerin auf. „Bei 12:14 sagte ich zu Sarina, dass wir das Ding gewinnen“, sagt Geiger. „Wir hatten wirklich gar nichts mehr zu verlieren, waren in einem ‚Flow‘. Unsere Gegnerinnen hingegen wirkten nervös und machten ungewohnt viele Fehler.“ Gleich den ersten Matchball verwerteten Geiger/Schafflützel. „Die Freude war riesig. Es war wunderschön, auf dem Podest zu stehen“, sagt Geiger.

Die kommenden Turniere wird sie wieder mit Anja Licka bestreiten. Unter anderem in Basel und Laufen (BL). Ende August findet dann das nächste Swiss-Tour-Turnier in Rorschach (SG) statt. „Darauf freue ich mich jetzt natürlich ganz besonders“, sagt Fabienne Geiger.