Das Projekt «Haldejoggeli» setzte sich im Investorenwettbewerb der Gemeinde Kaisten für eine Überbauung des Gebietes Hofacher im vergangenen Jahr durch. Folgende Eckdaten beinhaltete das Siegerprojekt: Rund 45 Wohneinheiten in fünf Mehrfamilienhäusern am Bach, sieben Einfamilien- oder Doppeleinfamilienhäuser am Hang, ein Gemeinschaftsraum, ein Spitexstützpunkt und ein Quadratmeter-Mischpreis für das Land von 188 Franken.

Projekt redimensioniert

Seit März 2012 wirkt nun eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Vizeammann Franziska Winter, mit dem Ziel das Projekt vor die Gemeindeversammlung zu bringen. «Wir wollten aber auch bewusst Einiges hinterfragen», erläuterte Arbeitsgruppenmitglied Urs Treier am Informationsabend für die Bevölkerung. «Welches sind die Bedürfnisse und Aufgaben einer Gemeinde? Ist eine finanzielle Beteiligung denkbar? Diese und ähnliche Fragen haben wir uns gestellt.» Und Antworten gefunden, wie am Infoabend deutlich wurde.

Mittlerweile wurde nämlich nach Verhandlungen mit den Investoren, Bäumlin und John AG sowie den Architekten Menzi Bürgler Architekten AG und Savioni Architekten GmbH das Projekt redimensioniert. «Das vormalige Baufeld A mit den sieben Einzelhäusern am Hang ist nicht mehr Gegenstand des Projektes», führte Vizeammann Franziska Winter aus. «Das Land auf diesem Baufeld können wir gut abparzellieren und einzeln verkaufen.»

Gemeinderat für ein Haus...

Aufgrund der Redimensionierung des Projektes konnte die Gemeinde Kaisten auch einen neuen, besseren Landpreis aushandeln. «Das Land am Hang ist wegen des steilen Geländes schwierig zu bebauen», so Franziska Winter. Der neu ausgehandelte Landpreis beträgt pro Quadratmeter 260 Franken für das Baufeld B und 300 Franken für das Baufeld C. So errechnet sich ein Gesamtverkaufspreis für das Grundstück von 1,68 Millionen Franken. Die Gemeinde wäre noch für die Groberschliessung (Bachbrücke und Schmutzwasserleitung) zuständig. Der Hochwasserschutz ist aber Sache der Investoren.

Des Weiteren regte die Arbeitsgruppe an, dass die Gemeinde ein bis zwei Gebäude erwerben solle, um sich künftigen Handlungsspielraum zu sichern. «Gemeinderat und Finanzkommission erachten den Erwerb eines Mehrfamilienhauses für sinnvoll und vertretbar», erläuterte Franziska Winter. Im Fokus steht die Liegenschaft C2. Vorgesehen ist, dass im Haus neun altersgerechte Zweieinhalbzimmerwohnungen, der Spitexstützpunkt und ein Gemeinschaftsraum entstehen. Nun soll die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit in der Höhe von 245 000 Franken sprechen, um die Detailplanung für das Mehrfamilienhaus, das die Gemeinde kaufen möchte, voranzutreiben.

Ein Finanzierungsplan, basierend auf dem derzeit geschätzten Verkaufspreis von 4,1 Millionen ist bereits erstellt. Der Erlös aus dem Landverkauf soll direkt reinvestiert werden. Zudem rechnet die Gemeinde mit einem Beitrag der Ortsbürger von 500 000 Franken sowie einem verzinslichen Darlehen der Ortsbürger von 1,5 Millionen Franken. Mit dieser Berechnung müsste die Gemeinde noch 420 000 Franken Fremdkapital aufnehmen.  

... Votanten für zwei

Im Zuge der Diskussion mehrten sich die Stimmen, die für einen Kauf von gleich zwei Liegenschaften (C1 und C2) plädierten. So könnten elf Wohneinheiten mehr (3,5- oder 4,5-Zimmerwohnungen) im Besitz der Gemeinde bleiben. «Der Spielraum wäre grösser», so ein Votant, «und die Wohnungen könnten Rendite abwerfen.» Die Mehrkosten von 5,3 Millionen Franken müssten allerdings als Fremdkapital aufgenommen werden. Ein Diskussionsteilnehmer schlug vor, zur Finanzierung eine Genossenschaft zu gründen, auch wenn wahrscheinlich nicht die komplette Summe zusammenkommen werde.

Zudem kam aus der Bevölkerung der Vorschlag, die Parzellen am Hang ebenfalls umgehend auf den Markt zu bringen, um weitere Einnahmen zu generieren. «An der Gemeindeversammlung kann der Antrag gestellt werden, zwei Liegenschaften zu erwerben», entgegnete Franziska Winter. Der Projektierungskredit müsste für beide Liegenschaften jedoch auf 330 000 Franken erhöht werden.