Kaisten

Kaisten muss sich rund 500'000 Franken ans Bein streichen

Kaister Gemeinderat sowie Susanne Notter vom Büro BDO AG und Markus Urech vom Gemeindeinspektorat

Kaister Gemeinderat sowie Susanne Notter vom Büro BDO AG und Markus Urech vom Gemeindeinspektorat

Bei der Kontrolle der Kaister Gemeindefinanzen wurde im Herbst 2011 festgestellt, dass ein Teil der Debitoren in den vergangenen Jahren nicht konsequent bewirtschaftet worden sind. Die Ausstände gehen teilweise bis ins Jahr 1993 zurück.

Der mittlerweile nicht mehr tätige Finanzverwalter hat sich nicht persönlich bereichert, sondern aufgrund der umfangreichen Alltagsgeschäfte, damit auch einer Überforderung sich nur mangelhaft um das Mahnwesen gekümmert. Entstanden sind grosse Ausstände insbesondere bei den Eigenwirtschaftsbetrieben (Elektra, Wasser, Abwasser, Abfall) aber auch bei den Steuerrechnungen und bei den Gebühren der Gemeinde. Mit der BDO AG hat die Kaister Behörde eine externe Firma beauftragt, die Ausstände im Detail zu erheben.

Josef Amsler, Gemeindeammann von Kaisten: Wie es nach dem Abschreiber von 0,5 Millionen Franken weiter geht.

Josef Amsler, Gemeindeammann von Kaisten: Wie es nach dem Abschreiber von 0,5 Millionen Franken weiter geht

Am Montagabend informierte die Gemeindebehörde über den aktuellen Stand rund 150 sehr interessierte Personen. Ebenfalls anwesend war Susanne Notter vom Büro BDO AG sowie Markus Urech, Chef des Gemeindeinspektorats. Wie Franziska Winter, Frau Vizeammann und zuständig für die Finanzen, erklärte, belaufen sich die Ausstände (fällige Forderungen per Ende 2011) auf rund 2,5 Millionen Franken. Davon entfallen 1,117 Millionen auf Forderungen bei den allgemeinen Debitoren (Gemeindewerke und Gebührenrechnungen der Einwohnergemeinde) sowie 1,353 Millionen Franken bei Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern. Insgesamt musste die Gemeinde infolge Verjährung 587000 Franken abschreiben.

Gemeinderat räumt Versäumnisse ein

Es sind mehrere Hundert Personen, die in den zurückliegenden Monaten nun Post von der Gemeinde erhalten haben. Die Rechnungen wurden eingefordert, wo nötig gemahnt oder betrieben. Infolge Verjährung muss die Gemeinde insgesamt 587000 Franken abschreiben.

Kaister Finanzverwalter versäumte es jahrelang, Rechnungen auszustellen

TeleM1-Beitrag zum Fall Kaisten

Der Gemeinderat räumte am Montagabend ein, dass in der Vergangenheit die Kontrollmechanismen nicht genügend funktioniert haben. Dies allerdings unter dem Vorzeichen, dass das Vertrauensverhältnis zu einem Finanzverwalter, der mehr als drei Jahrzehnte für die Gemeinde als Chefbeamter tätig ist, sehr gross war. Das interne Kontrollsystem wird nun mit einer Stellenprozenterhöhung sowie der Trennung von Rechnungs- und Mahnwesen (Vieraugenprinzip) in Zukunft deutlich verbessert. (SH)

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