Fasnacht
Kaisten gibt nicht auf: «Wir sind zuversichtlich, dass wir zumindest einige Anlässe oder Bräuche durchführen können.»

Die Fasnachtseröffnung in Kaisten am 11.11. fällt wegen der Coronapandemie aus. Aber es gibt trotzdem Pläne für Alternativen.

Nadine Böni
Drucken
Teilen
Die traditionelle Fasnachtseröffnung mit «Sauschwänzli» fällt aus.

Die traditionelle Fasnachtseröffnung mit «Sauschwänzli» fällt aus.

mf (Kaisten, 11. November 2019

Dampfende Mehlsuppe, «Sauschwänzli» und «-schnörrli» sowie «Tschättermusik» auf dem «Joggeliplatz» – das hat in Kaisten zur Fasnachtseröffnung jeweils am 11. November um 11.11 Uhr Tradition. Dieses Jahr aber wird alles anders sein: Die offizielle Fasnachtseröffnung und damit verbunden die Präsentation des aktuellen Mottos samt Plakette fällt aus. Motto und Plakette werden stattdessen im kleinen Rahmen den Medien vorgestellt. Der Grund ist klar: die Coronapandemie.

«Wir mussten diesen Entscheid aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen und den damit verbundenen Beschränkungen für Anlässe fällen», sagt Narrenvater Marco Zaugg.

«Wir sind zuversichtlich, dass etwas möglich ist»

Dabei ist Kaisten eigentlich so etwas wie das gallische Dorf im Fricktal. Während die Fricktaler Fasnachtshochburgen Möhlin, Laufenburg, Rheinfelden und Kaiseraugst viele fasnächtliche Anlässe wie Umzüge und Schnitzelbankabende für das kommende Jahr bereits abgesagt haben, planen die Kaister derzeit, ihre Fasnacht durchzuführen. Im Kalender der Fasnachtsgesellschaft «Haldejoggeli» sind die Daten jedenfalls allesamt noch eingetragen: vom ersten Faisse am 28. Januar über den «Joggeliball» am 13. Februar und den Fasnachtssonntag am 14. Februar bis hin zum Aschermittwoch am 17. Februar.

In welcher Form die Fasnacht stattfinden kann, weiss aber natürlich auch in Kaisten niemand – da bräuchte es neben dem gallischen Zaubertrank mindestens noch eine Kristallkugel für eine genaue Vorhersage. «Die haben wir leider auch nicht», sagt Zaugg mit einem Lachen. Aber: «Wir schauen vorwärts und sind zuversichtlich, dass wir zumindest einige fasnächtliche Anlässe oder Bräuche auch im nächsten Jahr durchführen können.»

Der Narrenvater denkt dabei etwa an die Tschättermusik im Dorf oder ein Konzert mit der Kaister Guggemusik Prototype – also in erster Linie Anlässe, die unter freiem Himmel stattfinden könnten. «Ob Anlässe in den Beizen oder in der Mehrzweckhalle möglich sein werden, wird sich zeigen. Aber wir haben auch hier die Hoffnung noch nicht aufgegeben», sagt Zaugg.

Die Vorbereitungen laufen weiter

Deshalb sieht die Fasnachts­gesellschaft davon ab, zum jetzigen Zeitpunkt bereits Anlässe abzusagen. «Wir möchten nichts überstürzen. Wir haben ja keinen Zeitdruck», sagt Zaugg. Die Kaister Fasnacht sei eine «Dorffasnacht», deren Organisation seit Jahren eingespielt sei. «Deshalb können wir auch relativ spontan reagieren.» Einzig beim «Joggeliball» müsste wohl schon einige Wochen vorher ein definitiver Entscheid fallen. «Voraussichtlich spätestens Mitte Januar», so Zaugg.

Gewisse Planungen und Vorbereitungen werden derweil sogar ganz normal durchgeführt und vorangetrieben. So steht die Reservation für die Mehrzweckhalle am Fasnachtswochenende und wurden die Strassensperrungen für die Zeit während des Umzugs beantragt.

«Wir bereiten das lieber jetzt vor und sagen es dann im schlimmsten Fall ab, als dass wir spontan alles organisieren müssen, sollte doch eine Fasnacht möglich sein», erklärt Zaugg. Natürlich, betont der Narrenvater weiter, «werden wir uns an die dannzumal geltenden Vorschriften halten und nichts erzwingen oder riskieren.» Es sei ihnen aber wichtig, Zuversicht auszustrahlen in der jetzigen Zeit. Deshalb werden nächste Woche auch das Motto und die Plakette präsentiert. Beides wird – das verrät Marco Zaugg schon jetzt – mit Corona nichts zu tun haben. «Davon hören die Menschen im Moment sonst schon mehr als genug», sagt er. «Die Fasnacht soll nicht auch noch damit verbunden werden.»

Aktuelle Nachrichten