Es ist eine gelungene Mischung an allem, was eine Vorfasnachtsveranstaltung zu bieten hat. Die «Chaiseraugster Fotzelschnitte» ist zuweilen bissig, skurril, und immer leicht verdaubar; auf der anderen Seite aber auch sehr originell und heiter-lustig gestaltet. Lokales wurde als Fasnachtskost zu einem feinen, gemütlichen Abend verpackt. Alle Akteure gefallen durch Auftritte, welche viel Applaus auslösen können.

Die Darbietungen sind ein kunterbuntes Programm von Guggemusig, Slapsticks, Rahmestückli bis hin zum Schnitzelbank, wo die Prattler Stägefässler auftreten. Zu Beginn ist es «dr Ali Fotzel» mit seinem Taxi, welcher viele ganz spezielle Fahrten, unter andrem zu Max Heller, ausführen muss. Dass er dabei in der Mühlegasse geblitzt wird, löst bei ihm bissige Kommentare, in «erstaunlich gutem Deutsch», aus. Dies auch, als er zum Beispiel die Liebrüti mit dem geschichtsträchtigen Rütli verwechselt. Schizo, der Bauchredner und Vreni, die Arbeitslose, welche Gemeindepräsidentin, quasi als «Dorfbildverschönerung» werden möchte, verursachen mit dem Vreni-Schneider-Lied einen Lacher nach dem andern.

Vor der Hit-Nummer «Fraue-Power» präsentiert das Drillteam seine konditionellen Fähigkeiten. Es sind aber letztlich eben die Frauen, welche mit Power eine absolut sehenswerte Nummer zeigen. An einem Frauen-Gipfel-Treffen unterhalten sich Vereinspräsidentinnen mit Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi und Gemeinderätin Françoise Moser. Alle sie nehmen die Männer mit spitzen Pointen auf die Schippe, auch wenn Mirco, der Kellner, das Ganze immer wieder abzuschwächen versucht. In der ganzen Nummer geht es darum, die Stellung der Frauen in der Gesellschaft im Allgemeinen und im Dorf im Speziellen zu stärken und auszubauen. Was letztlich auch gelingt. Die Frauen verraten aber auch Intimes. Françoise Moser lässt durchblicken, dass für sie Schlammbäder in Grünmulden faszinierend seien.

«Dr Schtrossewüscher» beklagt, dass er nicht mehr genug schnell arbeiten könne. «Mir vom Werkhof sind stark eingeschränkt punkto Arbeitstempo», sagt der Arbeiter «vo dr Gmei» und meint damit, dass der Blitzkasten in der Mühlegasse, in einer 30er-Zone, schuld an dieser Misere sei. Der «Beamte» liegt immer wieder Wert auf die Feststellung, dass er bei der Gemeinde angestellt sei und er nicht bei der Gemeinde arbeite. Parodiert hat der alles in allem engagierte Gemeindeangestellte in köstlicher Art und Weise die (quasi nicht existierende) Beizenszene. Aber: «Dr Schtrossewüscher» prognostiziert Kaiseraugst eine gute Zukunft. Sie werde heller, ist er überzeugt.

Die «Suber-Girls» bringen schliesslich den Violahof auf Vordermann, ehe die «Fotzelschnitte im Kasting» die Kultur «Fasnacht» unmissverständlich als unverzichtbar darstellen. Die Fotzelband beschliesst den Abend klangvoll. Auch die Gugger «Grossschdatchnulleri» sind dabei.