Kaiseraugst
Die Gmeind entscheidet über ein Bauprojekt – und darf sich über Fabelzahlen freuen

Die Rechnung der Einwohnergemeinde Kaiseraugst schliesst mit einem Ertragsüberschuss von fast acht Millionen Franken. Hauptgrund dafür sind Sondereffekte im Bereich der Steuererträge. Der tiefe Steuerfuss sollte so für die kommenden Jahre sicher sein. Im Gebiet Wurmisweg West plant die Gemeinde derweil eine neue Erschliessung.

Nadine Böni
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Die Gemeinde Kaiseraugst kann eine positive Jahresrechnung präsentieren.

Die Gemeinde Kaiseraugst kann eine positive Jahresrechnung präsentieren.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Es sind mal wieder Fabelzahlen, welche die Gemeinde Kaiseraugst vorlegen kann. Die Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von fast acht Millionen Franken ab. Dies gegenüber einem Budget von knapp 400'000 Franken und bei einem Steuerfuss von 70 Prozent. Kein Wunder, zeigt sich Gemeindepräsidentin Françoise Moser zufrieden:

Gemeindepräsidentin Françoise Moser.

Gemeindepräsidentin Françoise Moser.

Markus Raub ‒ Rmp Media Production
«Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns.»

Hauptgrund für die höchst erfreulichen Zahlen sind Sondereffekte vor allem im Bereich der Steuererträge. Sowohl bei den Einkommens-, Vermögens- und Quellensteuern der natürlichen Personen als auch bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen liegt die Rechnung über dem Budget.

Bei Gewinn- und Kapitalsteuern zugelegt

Und das teils sehr deutlich. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern fielen knapp 10,7 Millionen Franken an (Budget: 9,2 Millionen Franken), bei den Quellensteuern gut 7,8 Millionen Franken (Budget: 6,6 Millionen Franken) und bei den Gewinn- und Kapitalsteuern gut 9,2 Millionen Franken (Budget: sechs Millionen Franken).

Gegenüber 2019 konnte die Gemeinde vor allem bei den Gewinn- und Kapitalsteuern noch einmal zulegen: Gut eine Million Franken konnte sie hier mehr einnehmen. Ohne den deutlich höheren Fiskalertrag von 6,1 Millionen Franken würde ein Ertragsüberschuss von knapp 1,9 Millionen Franken resultieren.

Rosige Aussichten ‒ mit Unwägbarkeiten

Die Steuerkraft pro Einwohner beträgt somit 5002 Franken, im Vorjahr waren es noch 4926 Franken. Der Ertragsüberschuss wird ins Eigenkapitalkonto Bilanzüberschuss übertragen. Dieser beträgt per Ende 2020 fast 41 Millionen Franken (Vorjahr: 27 Millionen Franken). Die zusätzliche Steigerung ist Folge einer Bereinigung von bis anhin als «Minusaktive» bilanzierten Infrastrukturbeiträgen aus früheren Jahren.

Es sind Zahlen, die Gemeindepräsidentin Moser «zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen», wie sie sagt. Zahlen auch, um die sie manch Fricktaler Gemeinde beneidet. Moser sagt denn auch offen:

«Wir müssen unser Leben nicht mit den Einnahmen aus den Steuern der natürlichen Personen bestreiten.»

Aber: Sie betont im gleichen Atemzug, dass die Fabelzahlen durchaus einen Haken aufweisen könnten. Der Anteil der Steuern juristischer Personen sowie Quellensteuern natürlicher Personen an der Steuerkraft beträgt 62 Prozent – eine gewisse Abhängigkeit vom Geschäftsgang der ansässigen grossen Player aus der Pharmabranche ist also nicht von der Hand zu weisen.

Der Steuerfuss kann tief bleiben

Gerade die Coronapandemie zeigt das in aller Deutlichkeit. Eine Prognose zu den Auswirkungen auf die Steuererträge gleiche einem Blick in die Kristallkugel, sagt Moser:

«Es ist kaum abzuschätzen, inwiefern die Firmen von der Krise getroffen werden.»

Von der Pandemie und ihren Auswirkungen abgesehen, hat die Gemeinde im Bereich der Gewinn- und Kapitalsteuern aber eine «gewisse Nivellierung» festgestellt, wie Moser sagt. Und so dürfte die Gemeinde auch in den kommenden Jahren in ruhigen Gewässern segeln, was die Finanzen betrifft.

Erst auf das Jahr 2020 hatte die Gemeinde eine Steuerfusssenkung um elf Prozentpunkte auf 70 Prozent vorgenommen, auf das Jahr 2021 hin nochmals um fünf Prozentpunkte auf 65 Prozent. Ein Wert, an dem nun vorerst nicht gewackelt werden muss – schon gar nicht gegen oben. «Auch wenn mit der Pandemie gewisse Unsicherheiten verbunden sind, sollte das mit diesem Ergebnis vorerst vom Tisch sein», so Moser.

Neue Erschliessung des Areals Wurmisweg

Das einzige Kreditbegehren des Kaiseraugster Gemeinderats an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 16. Juni, betrifft die Erschliessung des Areals Wurmisweg West. Die Zufahrt zum Gebiet, auf dem eine grössere Wohnüberbauung geplant ist, soll gemäss Gestaltungsplan neu über den Kreisel Wurmisweg erfolgen.

Wenig Verkehr beim Kindergarten

Ebenso soll der Weidenweg über den Wurmisweg erschlossen werden. Das geht aus der Botschaft für die Versammlung hervor. Die Zufahrt über den Junkholzweg soll unterbunden und nur noch für den Langsamverkehr und für Blaulichtfahrzeuge gewährleistet sein. «Dadurch kann der im westlichen Teil des Areals geplante Kindergarten sowie der Junkholzweg vom Durchgangsverkehr entlastet werden», sagt Françoise Moser, Gemeindepräsidentin. 

Die Neuanbindung des Weidenwegs an den Wurmisweg kostet gemäss Kostenvoranschlag rund 300'000 Franken.