Kaiseraugst
Der Ärger geht weiter: Nun lärmen die Liebrüti-Krähen schwarmweise – und werden gefüttert

Die Population der krächzenden Krähen im Siedlungsgebiet hat wieder zugenommen. Während der Unmut so mancher Bewohnerinnen und Bewohner gross ist, füttern andere die Tiere. Dies untergräbt die Vergrämungsmassnahmen des Gemeinderates, für die 30’000 Franken im Budget eingestellt sind.

Dennis Kalt
Drucken
Derzeit sind in Kaiseraugst grosse Krähenschwärme zu beobachten.

Derzeit sind in Kaiseraugst grosse Krähenschwärme zu beobachten.

Screenshot

Der Eindruck der Bilder ist imposant. In zwei Videosequenzen, veröffentlicht in der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt», ziehen zwei riesige Krähenschwärme durch die Lüfte über das Siedlungsgebiet der Gemeinde. Der Kampf gegen die lärmenden Liebrüti-Krähen, die so manchen Bewohner um den Schlaf bringen, läuft nun schon seit Jahren – mit diversen Vergrämungsmassnahmen durch die Gemeinde, aber ohne nachhaltigen Erfolg.

Dementsprechend verärgert fällt auch der Kommentar des Users aus, der das Video in besagte Facebook-Gruppe gestellt hat. So schreibt er:

«Da helfen auch 5 Drohnen nicht mehr; die Raben lachen sich kaputt und wir Steuerzahler müssen dann auch noch für die nicht unwesentlichen Kosten aufkommen.»

Doch wie ist es derzeit eigentlich um die Problematik bestellt? Gemäss Gemeinderat Jean Frey habe die Population zuletzt wieder leicht zugenommen. Als er neulich Spazieren gewesen sei, habe er auf sieben nebeneinander stehenden Bäumen rund 200 Krähen gezählt. Was hinzukäme, so Frey, sei, dass die Krähen auch ihr Verhalten geändert hätten. Frey sagt:

«Sie treten in letzter Zeit in grossen Schwärmen auf, wodurch die Wahrnehmung ihrer Anwesenheit in der Bevölkerung eine andere ist.»

Frey weiss, wie laut das Krähengeschrei in Kaiseraugst sein kann. «Natürlich kann ich die Leute, die sich aufregen, verstehen», sagt er. Nicht nachvollziehen kann er hingegen, dass es den einen oder anderen Bewohner gibt, der die Krähen im Siedlungsgebiet füttert und die Vergrämungsmassnahmen der Gemeinde dadurch untergräbt.

30000 Franken für ins Budget gestellt

So kosten denn die Vergrämungsmassnahmen die Gemeinde auch dieses Jahr wieder viel Geld: 30’000 Franken hat sie dafür ins Budget gestellt, im vergangenen Jahr war es gar ein Betrag von 50’000 Franken, der jedoch nicht ausgeschöpft wurde.

Krähenplage in Kaiseraugst hält an.

Tele M1

Wie bereits 2021 hat der Kanton der Gemeinde erneut eine Sonderbewilligung erteilt, um die Nester über den Beginn der Schonzeit hinweg – vom 16. Februar an – bis zur Eiablage aus den Bäumen zu entfernen. «Derzeit gibt es noch keine Nester», so Frey. Auch würde man die Bäume auf öffentlichem Gelände wieder zurückschneiden.

Hinsichtlich des Privatgeländes sei man hier auf Mithilfe der Immobilienverwaltung angewiesen. Zudem soll wieder der Roboterfalke «Robird» in die Lüft steigen, um die Krähen zu vergrämen.

Aktuelle Nachrichten