Stadthalle
Kabarettist bringt in Laufenburg Wortakrobatik auf die Bühne

Die Veranstaltungsreihe der Kulturkommission startete mit Peter Spielbauer, der weiss: «In jedem Scherz steckt ein bisschen Spass.»

Peter Schütz
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Kabarettist Peter Spielbauer sorgte in der Laufenburger Stadthalle für Unterhaltung.

Kabarettist Peter Spielbauer sorgte in der Laufenburger Stadthalle für Unterhaltung.

Der deutsche Kabarettist Peter Spielbauer machte sich in der Stadthalle Gedanken über das Denken. Dafür benötigte er herzlich wenig: ein Dutzend roter Giesskannen, zwei Blecheimer, ein Knäuel roter Faden, ein Holzpfahl, dazu ein paar unterschiedlich gefärbte Jacken und einige andere handliche Sachen. In der Summe also eine überschaubare Materialsammlung auf der Bühne. Diese Reduktion schloss Ablenkung durch Dekoratives aus.

Peter Spielbauer durfte sich der Konzentration auf seine Person und Wortspielereien sicher sein. Was aber auch eine Herausforderung für das Publikum war. Denn rund zwei Stunden lang diesem sinnreichen und hintersinnigen Künstler zuzuhören, schafft selbst den hart gesottensten Freund der deutschen Sprache. Zum Glück gab es eine Pause.

Von poetisch bis brachial

Peter Spielbauer trat vor einem kleinen, fast familiären Kreis auf. Der erste Abend im Programm 2017/18 der «Brücke» trug den Titel «Yübiläüm» und sollte, so die Ankündigung «introvertierte Eskapaden, explodierende Informationen von poetisch bis brachial» enthalten. Das Ganze war eine Art Werkschau, eine Retrospektive, sozusagen die Essenz bisheriger Programme. Spielbauer konnte sich auf sein Lebenswerk berufen, konnte eine Best-of-Kompilation aufbieten, ohne sich fragen zu müssen, ob sich jemand stört, eventuell schon einmal Gehörtes oder Gesehenes wieder aufgetischt zu bekommen.

Der kompakteste Spielbauer, den es je gab? Und ob. Unterhaltung in verdichteter Form, Wortakrobatik fürs Gehirn, zum verträumten Abhängen blieb kaum Zeit. Er machte Bewegungen, von denen er dachte, dass es sie in der Schweiz nicht gibt, spaltete ein Büchlein mit einem kleinen Beil, umwickelte die Bühnentechnik der Stadthalle, umgarnte die Damen im Publikum, und während die einen über alles lachen konnten, erwiesen sich die anderen als «scherzkonservativ».

Text und Textil im Wechsel

Kleiner Spass dazwischen: «Der sieht nackt aber nicht sehr gut aus.» – «Ja, kleider.» Der mehrfache Wechsel des Textes ging bei Spielbauer mit dem Wechsel des Textils einher. Dem gelben Jackett am Anfang folgte ein rotes, dann ein graues, was der Phase der Nachdenklichkeit geschuldet war, und so fort. «Wenn man die Sachen weit herholt, werden sie naheliegend», war nur eine von unzähligen Erkenntnissen, die Spielbauer mit einer verblüffenden Beiläufigkeit und Leichtigkeit von sich gab.

Lachmuskeln wurden gefördert

Der Aneinanderreihung von Aneinanderreihungen widmete er ein ganzes Kapitel, den Hirnhöhlengleichnissen folgte die Einsicht, «dass man, wenn man wenig weiss, meistens nicht weiss, dass man wenig weiss». So ging das den ganzen Abend. Der diskrete Charme von Peter Spielbauer förderte das Lachen und die Bestätigung, dass das Leben ohne Kabarett keinen Sinn macht. Weil: «In jedem Scherz steckt ein bisschen Spass», so Spielbauer.