Frick

Jurapark will intakte Natur

Markus Fritschi, Max Chopard, Ueli Müller, Therese Wyder, Thomas Vetter und Rik Bovens diskutierten unter der Leitung von Bernhard Lindner (v.l.). psc

Markus Fritschi, Max Chopard, Ueli Müller, Therese Wyder, Thomas Vetter und Rik Bovens diskutierten unter der Leitung von Bernhard Lindner (v.l.). psc

Ein Atommüllendlager im Jurapark? Um diese Frage drehte sich am Donnerstagabend im Rampartsaal eine Podiumsdiskussion, die vom südkoreanischen Fernsehsender KBS gefilmt wurde.

In der gut zweistündigen Kontroverse stand der Bözberg als möglicher Standort für ein Tiefenlager im Mittelpunkt und damit die Auswirkungen auf die betroffene Region und deren Bewohner. Das «Podium zum Atommüll» war eine Co-Produktion von Kaib (Kein Atommülllager im Bözberg) und der römisch-katholischen Kirche. Beteiligt waren Markus Fritschi (Nagra), Ueli Müller (Co-Präsident Regionalkonferenz Jura Ost), Thomas Vetter (Präsident Jurapark Aargau), Max Chopard (Präsident Kaib), Therese Wyder (Mitglied der Synode der reformierten Landeskirche Aargau) sowie Rik Bovens, ein an der Endlagerfrage interessierter Student aus Gipf-Oberfrick. Die Moderation hatten Elisabeth Burgener (SP-Grossrätin und Vorstandsmitglied Kaib) und Gemeindeleiter Bernhard Lindner.

Genügend Transparenz?

Therese Wyder eröffnete die Gesprächsrunde mit einem Paukenschlag: «Wir haben nichts zu melden», sagte sie, «der Entscheidungsprozess ist kein demokratisches Vorgehen.» Sie habe grosse Sorge, dass die demokratischen Strukturen ausgehebelt werden. Im «Spiel» wurden die Regeln geändert, das Vetorecht aufgehoben, bemerkte sie. «Mir kommt es vor wie in einer Autokratie, wie bei Erdogan», so Wyder. Ihre Forderung: «Das Verfahren muss transparenter werden.» Max Chopard sprach von einer «Scheindemokratie», zumal letztlich der Bundesrat den Standort für Atommüll festlegen wird.

Markus Fritschi konterte: «Das Verfahren wird von überall her unter die Lupe genommen, ob alles richtig gemacht wird.» Dem Vorwurf, dass kein Mitwirkungsverfahren stattfindet, begegnete er so: «Es gibt verschiedene Optionen, sich einzubringen.»

Junge bringen sich nicht ein

Auch die Jungen seien aufgefordert, sich einzubringen. Aber: Deren Interesse sei gering, beobachtet Ueli Müller. 43 Jugendorganisationen seien zur Teilnahme am Aufbaugremium der Regionalkonferenz Jura-Ost eingeladen worden, «am Ende konnten nur zwei Personen gewonnen werden», berichtete Müller. Woran das liegt? Rik Bovens: «Für uns Jungen ist das Endlager nicht gross ein Thema. Sobald man aber in einer Diskussion darauf kommt, merkt man, dass es die Jungen bewegt.» Ungeachtet des vorigen Hinweises von Müller kritisierte Bovens an die Adresse der Regionalkonferenz: «Sie erfüllen ihre Aufgabe nicht, wenn es ihnen nicht gelingt, die Jungen einzubeziehen.» Thomas Vetter stellte fest, «dass bei den Jungen der Gedanke, sich zu engagieren, noch nicht gefangen hat».

Den Standpunkt von Jurapark Aargau fasste er so zusammen: «Wir lassen uns nicht für oder gegen das Tiefenlager instrumentalisieren. Wir wollen die intakte Natur nicht preisgeben, aber es gibt eben auch die gesetzliche Verpflichtung, die radioaktiven Abfälle zu entsorgen. Ich vertraue auf das Verfahren und dass das Tiefenlager dort gebaut wird, wo die höchste Sicherheit gewährleistet ist.» Vetter weiter: «Wir verhalten uns ruhig. Es ist aber klar, dass wir kein Tiefenlager im Bözberg befürworten.» Worauf Chopard antwortete: «Das Label Jurapark würde durch das Endlager im Bözberg Schaden nehmen.»

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