Mauswiesel und Hermelin sind die kleinsten Raubtiere in der Schweiz – und die Hauptjäger von Scher- und Feldmäusen. Eine Hermelinfamilie erbeutet pro Woche 50 bis 100 Mäuse. Damit sind die Wiesel für die Landwirtschaft bedeutende Schädlingsbekämpfer. Allerdings werden die Landschaftselemente, die sie zum Leben brauchen – Asthaufen als Rückzugsorte, Hecken oder Altgrasstreifen für eine geschützte Wanderung – seltener.

Im Jurapark Aargau gibt es aber noch Gebiete mit idealen Bedingungen. Da der Jurapark aufgrund seiner geografischen Lage zudem eine wichtige Verbindungsstelle zwischen Osten und Westen darstellt, wurde 2016 das Projekt «Wiesellandschaft Jurapark» ins Leben gerufen. Es hat zum Ziel, Lebensräume für die Wiesel zu schaffen oder aufzuwerten und die Vernetzung zu verbessern. Dieses Jahr wurde das Hermelin von Pro Natura zum Tier des Jahres erkoren. «Nicht ohne Grund», wie Anja Trachsel, Projektleiterin Natur und Landschaft beim Jurapark sagt. Pro Natura setze damit ein Zeichen, «dass unsere Kulturlandschaften wieder zu einem strukturreichen Netz von Lebensräumen aufgewertet werden sollen».

Spurentunnel in den Haufen

Neben zwei Workshops wurden in der Region auch konkrete Massnahmen umgesetzt. Am vergangenen Wochenende entstanden etwa in Wölflinswil auf Initiative des Naturschutzvereins sechs grosse Asthaufen mit Aufzuchtkammern. Laut Anja Trachsel werden alle umgesetzten Wieselhaufen digital erfasst. «Im letzten Jahr kamen dabei mehr als 70 Wieselschlüpfe mit Aufzuchtkammern zustande.» Im Sinne einer Wirkungskontrolle und eines Monitorings wurden zudem in verschiedene Ast- und Steinhaufen Spurentunnel eingebaut. «Diese werden mit Tinte und einem speziell behandelten Papier bestückt und ermöglichen den Nachweis von allen Tieren, die durch den Spurentunnel in die Aufzuchtkammer gelangen», erklärt Trachsel. Eine systematische Erfassung der Population sei allerdings nicht möglich, da diese jährlich stark schwanke. Mit den Massnahmen schaffe man aber die Grundlage für die Erholung der Wieselbestände im Jurapark. 2017 wurden zwölf zuverlässige Sichtungen gemeldet, sagt Trachsel. Solche Meldungen seien wichtig für das Projekt, «damit wir Wiesel gezielt dort fördern können, wo sie noch verbreitet sind».

Schwerpunkte waren bislang in Zeihen, Wölflinswil, Oberhof, Bözen und Effingen umgesetzt. «Im 2018 kommen nun weitere Gebiete im Mettauertal und Wegenstettertal hinzu», so Trachsel. An beiden Orten – in Mettauertal bereits am 6. April – finden deshalb Workshops statt, bei denen Interessierte Informationen über die Lebensweise der Wiesel und die Fördermassnahmen erhalten, aber auch gleich Ast- und Steinhaufen errichten können.