Möhlin
Jungtalent Jérôme Kym wurde vom Wunsch nach Erfolg ausgebremst

Der Fricktaler Nachwuchs-Tennisspieler Jérôme Kym verpasst den Schweizer-Meister-Titel. Er muss sich mit der Silbermedaille begnügen.

Marco Sartori
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Jérôme Kym siegte in Paris.

Jérôme Kym siegte in Paris.

Fabio Baranzini

Jérôme Kym, das Tennis-Nachwuchstalent aus Möhlin, hat am Wochenende die Silbermedaille an der Schweizer Meisterschaft in der Kategorie U14 gewonnen. Der im Vorfeld als Favorit gehandelte 13-Jährige ist mit seiner Leistung allerdings nicht zufrieden.

«Für ihn kommt dies einer Niederlage gleich», sagt Vater Ivan Kym. «Er ist es sich nicht gewohnt, einem gleichaltrigen Spieler zu unterliegen.» Sein Finalgegner Yarin Aebi aus Horgen (ZH) habe aber gut gespielt und nicht bloss mit Glück gewonnen, bestätigt der Vater.

Bereits der Start ins Turnier verlief nicht ganz nach Wunsch, wie der Nachwuchsspieler kurz nach dem Spiel gegenüber «Tennis Aargau» sagte: «Am Anfang war ich etwas nervös, habe dann aber meinen Rhythmus gefunden und eigentlich ganz gut gespielt.»

Trotz der anfänglichen Probleme ging Jérôme Kym als klarer Sieger in zwei Sätzen aus dem ersten Spiel. Die darauf folgenden Runden dominierte Kym wie erwartet und schaffte schliesslich den Einzug ins Finale.

Im Final ist der innerliche Druck dann enorm angestiegen. Und Yarin Aebi machte es seinem Gegner auch nicht leicht. Jérôme Kym hatte von Anfang an zu kämpfen. Aber von Aufgeben habe man nie etwas gespürt, beteuert der Vater.

Er habe gekämpft bis zum Schluss. Während des Spiels holte Kym auch mehrere Male einen Rückstand auf. Im Tie-Break lag er gar 2:5 hinten. Und nur dank seiner Hartnäckigkeit und seinem Ehrgeiz konnte er diesen Satz mit 7:6 für sich entscheiden.

Nächstes Spiel in Frankreich

In Satz eins und drei unterlag er mit 2:6 und 3:6. «Ich bin extrem enttäuscht über dieses Resultat. Ich habe leider nicht so gut gespielt im Final und habe es mit der Brechstange versucht», sagte Jérôme Kym nach dem Final.

Die Niederlage sei das Resultat von einem zu grossen Druck, der auf seinem Sohn gelastet habe, erklärt sein Vater. Bereits vor der Schweizer Meisterschaft war für den 13-Jährigen klar: «Ich muss dieses Turnier gewinnen.»

Dies führte zu einer entsprechenden Erwartungshaltung der Verwandtschaft und des nahen Umfelds. «Schliesslich verkrampfte er sich im Spiel und wollte mit dem Kopf durch die Wand», sagt der Vater. «Dabei spielte er in die Hände seines Gegners.»

Der Vater hofft, dass sein Sohn etwas daraus lernen kann, dies sei sehr wichtig. Der Trainer und Jérôme Kym besprechen in diesen Tagen die «Niederlage» an der Schweizer Meisterschaft und versuchen, den Fokus auf die Zukunft zu richten.

Denn viel Zeit, dem verpassten Titel nachzutrauern, bleibt Kym nicht. Nächste Woche schon spielt der Teenager in Tarbes (FR) am «Les Petits As» – sein erstes Turnier in der Kategorie 1. Und bereits Anfang Februar geht seine Reise nach Russland, wo er zusammen mit seinem Rivalen der Schweizer Meisterschaften ein Turnier spielt.