Rheinfelden
Jungstörche sind kurz vor ihrem Abflug gen Süden

Die Störche bereiten sich auf ihren langen Flug in den Süden vor. Der Nachwuchs ist aufgezogen und startbereit, dank guter Nahrungsquellen im Frühjahr und Sommer. Stephan Kaiser, Vorstandsmitglied im Rheinfelder Natur- und Vogelschutzverein, ist ständig auf Beobachtungstour.

Peter Rombach
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Der Jungstorch ist beringt und kauert auf seinem Horst auf dem Storchennestturm. Im Hintergrund die Altstadt zwischen Obertorturm und Martinskirche. Mittlerweile ist der Vogel flügge geworden und startet in wenigen Wochen zu seinem Jungfernflug in Richtung Süden.acH (Archiv)

Der Jungstorch ist beringt und kauert auf seinem Horst auf dem Storchennestturm. Im Hintergrund die Altstadt zwischen Obertorturm und Martinskirche. Mittlerweile ist der Vogel flügge geworden und startet in wenigen Wochen zu seinem Jungfernflug in Richtung Süden.acH (Archiv)

Ein unberingtes Storchenpärchen landete bereits Ende Februar auf dem Storchennestturm am Rande der Altstadt. Im März folgte ein dreijähriges Storchenpaar im Horst auf einem alten Salzbohrturm im Gebiet Grossgrüt, berichtet der Storchexperte. Während im Städtli nur ein Junges beobachtet worden sei, habe es im Grossgrüt, nahe der futterreichen Wiesen und Hecken, gar zwei Junge gegeben.

«Doch Mitte Mai wurde dieser Horst vermutlich von Fremdstörchen attackiert und die Jungen wurden kurzerhand aus dem Nest geworfen. Solche Angriffe erfolgen gelegentlich durch umherziehende Storchenpaare aus Frust über den Verlust ihrer eigenen Brut oder bei jungen Paaren, die noch wenig Erfahrung bezüglich Schutz und Verteidigung ihrer Jungen haben», weiss Stephan Kaiser.

Flügge geworden

Immerhin konnte Bruno Gardelli vom Zoo Basel am 7. Juni den einzigen Jungstorch auf dem Storchennestturm, der durch die Fernsehsendung «SF bi de Lüt» schweizweit bekannt wurde, im Auftrag der Vogelwarte Sempach beringen. Kaiser: «Die Beringung der Störche erfolgt zu Forschungszwecken.» So möchte man Erkenntnisse über das Zugverhalten der Sommergäste gewinnen.

«Vor einigen Tagen ist unser Jungstorch flügge geworden und zieht tagsüber mit andern Jungstörchen umher, während er nachts auf den Turm zurückkehrt. Sind die Flügel und Muskeln erstarkt, die Segeltechnik und die Fähigkeit zur Nahrungssuche genügend entwickelt, wird er sich mit andern Jungstörchen zu immer grösseren Trupps zusammenschliessen und so in der zweiten Augusthälfte erstmals ins Überwinterungsgebiet wegziehen», erläutert der Fachmann. Ungefähr zwei Wochen später folgen ihnen auch die Altstörche.

In der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den Störchen im Frühjahr organisiert der Natur- und Vogelschutzverein am 11. August zwischen 10 und 14 Uhr im Storchennestturm einen Apéro, genannt Storchen-Pic. Im Turmstübli ist der Film «Storchensommer» zu sehen. Um 11 Uhr spricht Bruno Gardelli auf dem Balkon über Beringung, das Zugverhalten und die Verbreitung des Weissstorchs in der Region. Danach besteht die Möglichkeit, mit dem eigenen Fahrrad die verschiedenen Storchenhorste Rheinfeldens zu besuchen.