Hufeisen, Krähenfüsse, Hundepfoten – der Weg vom Bahnhof Laufenburg zum Museum von Erwin Rehmann am Schimelrych ist seit Mittwochnachmittag mit bunten Tierspuren in permanenter Sprayfarbe gekennzeichnet. Dahinter steckt eine Aktion im Rahmen der laufenden Ausstellung «Under Construction» im Museum. Diese befasst sich mit Streetart, zu deutsch: Strassenkunst.

Workshop mit Kindern

In Zusammenarbeit mit dem Laufenburger Kindersommer und den Kulturtagen «Fliessende Grenzen» führte das Rehmann-Museum einen Workshop durch. 15 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren durften unter der Anleitung von Sprayer «Pollo 7» den Umgang mit der Spraydose lernen. Der junge Künstler aus Densbüren stellt derzeit im Museum einige seiner Werke aus und hat bereits vor der Vernissage die Wand eines alten Arbeitsgebäudes der Gärtnerei Leuenberger besprayt. Sein Motiv: eine Nacktschnecke.

Die Kinder im Workshop sind noch nicht ganz so weit. «Pollo 7» erklärt erst einmal die Grundlagen der Spray-Technik. So zeigt er etwa, wie mittels verschiedener Aufsätze der Umfang der gesprayten Linien variiert werden kann. Oder wie ein Gegenstand dank einigen geschickt gesetzten Schattierungen und Lichtpunkten plötzlich dreidimensional wirkt.

Gar nicht so einfach: Erst wird geübt, dann gilts ernst.

Die Kinder staunen – und greifen gerne zur Dose, um das Sprayen auszuprobieren. Beobachtet werden sie dabei von Erwin Rehmann persönlich, der sichtlich seinen Spass hat. Die meisten Kinder haben zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand und so fällt es ihnen gar nicht so leicht, überhaupt etwas Farbe auf die bereitgestellte Bretterwand zu bringen. «Pollo 7» gibt Tipps. «Sprayen ist für die Finger anstrengend, es braucht Übung», erklärt er. Am Ende schaffen es alle, den Anfangsbuchstaben ihres Namens zu sprayen.

Weitere Wände sollen folgen

Dann gilt es auch schon ernst: Jedes Kind erhält eine Schablone einer Tierspur. Unter Anleitung von «Pollo 7» und zwei Helfern gilt es, den Weg vom Bahnhof her zu markieren. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: So fehlen in der Krähenspur einige Meter – weil sie diese fliegt. Und die Katze läuft erst einmal um die Strassenlaterne, bevor es weiter geht.

Die Spuren sollen nicht die einzige Aktion im öffentlichen Raum sein, die während der Ausstellung durchgeführt wird. «Derzeit entstehen Entwürfe für mehrere Wandbilder, die der Stadt vorgelegt werden», sagt Museums-Geschäftsführerin Regula Laux. Unter anderem soll eine Wand beim Schulhaus und eine beim Bahnhof bunt werden.

Auch den kommenden Sonntag widmet das Rehmann-Museum komplett der Streetart. Der Tag startet mit einem «Livepainting» mit Daniel Zeltner und Benjamin Solt. Thema ist dann der britische Künstler Banksy – weltberühmt für seine Schablonengraffitis. Das Museum zeigt zum einen zwei Filme über den Künstler, dessen Identität nach wie vor geheim ist. Zum anderen wird ein Gespräch mit einem Banksy-Sammler geführt.