Kaiseraugst

Junge Fahrerin kämpft für Mountainbike-Trail: Sie möchte lieber «ordentlich» als querfeldein biken

Noemi Di Chiara ist gerne mit dem Bike unterwegs.

Noemi Di Chiara ist gerne mit dem Bike unterwegs.

In Kaiseraugst will die 29-jährige Noemi Di Chiara die Gemeinde von den Vorteilen eines Mountainbike-Trails überzeugen.

Noemi Di Chiara aus Kaiseraugst lässt sich nicht entmutigen. Trotz Absagen seitens Gemeinderat und Ortsbürgerkommission hält sie an ihrem Projekt eines Mountainbike-Trails in Kaiseraugst fest. Sie glaubt da-ran, beide noch auf ihre Seite ziehen zu können. «Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde und die Bürger von dem Projekt profitieren würden, als Attraktion für das gesamte untere Fricktal», sagt die 29-Jährige, die beruflich als Operations Manager in einem Basler Architekturbüro tätig ist.

«Als regelmässige Nutzerin des Kaiseraugster Walds, sei es mit Hund oder Bike, bemerke ich darin seit langem eine Zunahme an Mountainbikern» schildert sie, wie es zu der Idee kam. Das Befahren des Waldes mit dem Bike ist grundsätzlich nicht verboten – und dennoch ist die Unsicherheit gross, was erlaubt ist und was nicht. So dachte sich die Hobby-Mountainbikerin: Besser, die Biker fahren auf den offiziellen und sichereren Wegen eines Trails, denen auch ein Förster sein Okay gegeben hat, statt wild und querfeldein. Mit dieser Logik versuchte sie Anfang Juni den Kaiseraugster Gemeinderat zu überzeugen, dem sie ein Kurzkonzept ihres Projekts zukommen liess mit den ersten groben Angaben darin.

Gemeinde: Biker verursachen Verkehr

Kaiseraugst sah es anders. «Am 28. Juli hat mich die Gemeinde darüber informiert, dass Ortsbürgerkommission und Gemeinderat entschieden haben, meinen Antrag abzulehnen», erzählt Di Chiara.

Kaiseraugsts Gemeindeschreiber Rolf Dunkel fasst auf AZ-Nachfrage zusammen, wo die Bedenken liegen: «Ein Mountainbike-Trail zieht eine grosse Anzahl Biker aus der Region an. Die kommen mit dem Auto, verursachen Verkehr und brauchen Parkplätze.» Und: Je mehr kämen, umso mehr seien Tiere, Wald und die Menschen belastet, welche im Forst Erholung suchten, als Spaziergänger oder Wanderer.
Im Detail ist das Projekt bislang nur vage skizziert. Offen sind Lage und Länge, die Höhe der Kosten und wie diese gedeckt werden sollen.

Initiantin will weiter dranbleiben

«Ich hätte konkret begonnen zu planen, wenn die Gemeinde positiv reagiert hätte», sagt Noemi Di Chiara. «Ich hätte mich mit bestehenden Trails im Baselbiet ausgetauscht und deren Erfahrungen berücksichtigt.» Das Parkplatz-Problem sieht sie nicht: «Die meisten Biker kommen ja nicht mit dem Auto an den Trail. Die fahren mit dem Bike dorthin.»
Alles in allem ist sie überzeugt davon, dass es «für beide Seiten eine Lösung gibt». Daher möchte sie den Faden zur Gemeinde und den Ortsbürgern wieder aufnehmen. Und in den sozialen Medien Mitstreiter für ihren Mountainbike-Trail gewinnen – auf der von ihr gegründeten Facebook-Seite «MTB-Trail unteres Fricktal». «Ja, es ist mein persönlicher Wunsch, dass es hier in der Nähe einen solchen Trail gibt», räumt sie ein. «Gleichzeitig hoffe und wünsche ich mir sehr, dass noch mehr meinen Wunsch teilen und ein grösseres Bedürfnis nach einer solchen Anlage entsteht» , sagt sie.

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