Kaisten
Junge Erwachsene brauchen mehr Treffpunkte

Die Gemeinde Kaisten hat eine Bedarfsanalyse bezüglich offener Jugendarbeit anfertigen lassen. Diese Analyse liefert ein klares Ergebnis: Die Professionalisierung der Jugendarbeit ist nötig.

Marco Weiss
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In Kaisten soll das Freizeit-Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene ausgebaut werden. Dazu ist laut Experte Arsène Perroud auch die Einstellung professioneller Jugendbetreuer notwendig. Fotolia

In Kaisten soll das Freizeit-Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene ausgebaut werden. Dazu ist laut Experte Arsène Perroud auch die Einstellung professioneller Jugendbetreuer notwendig. Fotolia

Die Gemeinde Kaisten hat eine Bedarfsanalyse bezüglich offener Jugendarbeit anfertigen lassen.

Mit dabei waren der Projektleiter und Fachmann für Jugendfragen, Arsène Perroud, als externer Berater und die Teilnehmer der Jugendkommission, Marco Zaugg, Valmir El Shani, Dani Müller, Willy Burkhalter, Sandra Schmid, Svenja Guyer und Florian Blaser.

Arsène Perroud kommt nach der Auswertung der Ergebnisse darin zu einem eindeutigen Schluss: «Es ist offensichtlich, dass die bestehenden Angebote eher auf die Jüngeren zugeschnitten sind und sie sich damit auch stärker identifizieren», bilanziert er.

«Man kann klar festhalten, dass es mehr Räumlichkeiten braucht, die von Jugendlichen genutzt werden können», so seine Forderung. Dabei müsse der Fokus auf die Schaffung von informellen Treffpunkten für die älteren Jugendlichen gelegt werden, so der Experte.

Intensive Vorarbeit

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, gab es einen Workshop und Interviews mit Jugendlichen und Erwachsenen. Die knapp drei Dutzend Mitwirkenden waren zum einen Jugendliche selbst.

Zum anderen waren neben Vertretern der Behörden und Vereinen auch Eltern anwesend, die Orte und Räumlichkeiten schaffen möchten, in denen die jungen Erwachsenen ihre Bedürfnisse verwirklichen können.

Ganz ohne die Begleitung und Aufsicht von Erwachsenen geht es erfahrungsgemäss nicht, so der Fachmann für Jugendarbeit. «Wir stellen fest, dass die ehrenamtliche Arbeit vermehrt an die Grenzen stösst», bezieht auch Gemeinderat Marco Zaugg Stellung.

Aus fachlicher Sicht sei ein extern angestellter Jugendarbeiter, wie bei der Jugendarbeit Sisslerfeld oder bei der grenzüberschreitenden Jugendarbeit Laufenburg sinnvoll und notwendig, so Arsène Perroud.

Jugendliche und Erwachsene sind sich darüber einig, dass der Erhalt der bisherigen Angebote wichtig ist. Die Jugendlichen fühlen sich laut Arsène Perroud mit ihrer Heimat Kaisten verbunden und seien in grosser Zahl in Vereinen organisiert.

Zwischen Jugendarbeit und den Vereinen bestehe auch keine Konkurrenz. Vielmehr ergänzten sich beide Bereiche gut und sorgten für viel Abwechslung, so Perroud.

Entscheidung im November

An der Gemeindeversammlung im November wird der Gemeinderat den entsprechenden Umsetzungskredit beantragen. Zuvor sollen die Pläne bei einer Informationsveranstaltung der Kaister Bevölkerung vorgestellt werden, so Marco Zaugg.

Die Ergebnisse der Bedarfsabklärung sollen nach den Sommerferien veröffentlicht werden, so Perroud. Die Einstellung eines Streetworkers sei dann in einem Jahr zu erwarten.