Laufenburg
Jugendliche nehmen den Müll in die Zange

Die Schüler der Oberstufe Laufenburg lernen die Stadtreinigung kennen. Bereits zum achten Mal hat die alljährliche Anti-Littering-Aktion der Kreisschule Regio Laufenburg stattgefunden.

Florian Binder
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Die Schülerinnen nehmen die Leuchtwesten in Empfang.

Die Schülerinnen nehmen die Leuchtwesten in Empfang.

Florian Binder

Der Werkhof des Bauamts der Stadt Laufenburg füllt sich mit einströmenden Jugendlichen. In kleinen Grüppchen formieren sie sich auf dem Gelände gegenüber des Rheins, wo Abfallcontainer und Sammelstellen für Kaffeekapseln, Altglas und Kleider bereitstehen. Die Altstadt Laufenburgs am anderen Ufer liegt von nassen Wolken verhangen auf der Anhöhe.

Die kleinen und schmalen Fahrzeuge des Bauamts, in welchen die Mitarbeiter des Werkhofs jeweils ihre Reinigungstouren durch die Stadt fahren, stehen still. Die Mädchen tuscheln leise und lachen, die Jungen rennen schreiend umher und raufen sich. Lebhaft geht es zu und her am Donnerstagmorgen.

Jährlich 16 Tonnen Müll

Bereits zum achten Mal findet die alljährliche Anti-Littering-Aktion der Kreisschule Regio Laufenburg statt. «Dieser Aktionstag versucht, die Jugendlichen für die Abfallentsorgung zu sensibilisieren», meint der Oberstufenlehrer Philipp Steger. Littering ist ein Erziehungsproblem, findet er: «Wie sollen die Jugendlichen lernen, ihre Umwelt sauber zu halten, wenn schon manche Eltern den Abfall aus dem Autofenster hinauswerfen?»

Man wolle den Jugendlichen zeigen, was für einen Aufwand das Bauamt betreibt, um die Stadt sauber zu halten. «Pro Jahr fallen in der Gemeinde Laufenburg um die 16 Tonnen Müll an», so Steger. Der Tag gliedert sich in zwei Teile, in einen theoretischen und einen praktischen. Die rund 120 Kinder der Oberstufe wurden vorgängig in zwei Gruppen eingeteilt. Während die erste sich auf den Weg zum Werkhof begibt, bleibt die andere Gruppe noch im Schulhaus.

Im Werkhof lauscht der Nachwuchs den Ausführungen eines Werkhofmitarbeiters, der in einer orangefarbenen Signalhose stehend die verschiedenen Entsorgungsstationen und die Wasserwiederaufbereitung erklärt. «Pro Minute kann die moderne Anlage durch UV-Strahlen 500 Liter Wasser pro Minute wiederaufbereiten», erzählt er.

Sammeln von Statements und Müll

Einige hundert Meter weiter im Schulgebäude: Die anderen Schüler verfassen die Statements der Bevölkerung. Diese wurden von den Schülern zuvor in persönlichen Gesprächen mit den Passanten der Stadt aufgenommen und drehen sich alle um das Thema Abfall. Diese ausgedruckten und laminierten Statements werden anschliessend von den Mitarbeitern des Bauamts in der Stadt verteilt und an relevanten Stellen angebracht.

Die Jugendlichen im Werkhof empfangen nun ihre Leuchtwesten und erhalten dazu Handschuhe, Abfallsack und einen Greifarm. So ausgerüstet ziehen sie nun durch die Stadt – und sauberer wird sie.